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Experimente mit Mundschutz: Forscher raten zu Staubsaugerbeuteln | BR24

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Was bringt ein einfacher Mundschutz als Schutz vor dem Coronavirus? Experimente der Universität der Bundeswehr in Neubiberg zeigen: bei Infizierten ist er sinnvoll, für Nichtinfizierte bietet er dagegen wenig Sicherheit.

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Experimente mit Mundschutz: Forscher raten zu Staubsaugerbeuteln

Forscher der Bundeswehruniversität München haben untersucht, wie sich Tröpfchen mit Coronaviren beim Atmen und Husten ausbreiten. Ihr Ergebnis: Ein Mundschutz hilft anderen. Für Schutzmasken gegen eine Infektion empfehlen sie Staubsaugerbeutel.

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Liebe BR24-User, in Zeiten von Corona gibt es ständig neue Entwicklungen – auch beim Thema Masken. Die Informationen dieses Artikels sind möglicherweise veraltet und dienen dokumentarischen Zwecken. Alle aktuellen Informationen zu Masken und zur Maskenpflicht in Bayern finden Sie stattdessen hier.

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Forscher an der Universität der Bundeswehr in Neubiberg bei München haben untersucht, wie sich Tröpfchen mit Coronaviren beim Atmen und Husten ausbreiten. Ihre Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, welche Sicherheitsabstände sinnvoll sind, um sich vor einer Infektion zu schützen – und wie ein Mundschutz diese Abstände beeinflusst.

1,5 Meter Abstand reichen in der Regel aus

Schon ohne Mundschutz reicht in der Regel ein Abstand von eineinhalb Metern zu anderen Personen, um eine Tröpfcheninfektion mit dem Coronavirus zu verhindern. Das ist eines der Ergebnisse von Strömungsexperimenten, die Forscher der Bundeswehruniversität München durchgeführt haben. Bei anhaltendem Reizhusten empfehlen die Forscher einen Abstand von mindestens drei Metern herzustellen.

75 Zentimeter Abstand von Infizierten mit Mundschutz

Die Forscher haben außerdem untersucht, wie sich Tröpfchen verhalten, wenn sie von einer Schutzmaske abgebremst werden. Trägt eine infizierte Person einen einfachen Schutz über Mund und Nase, können die Abstände deutlich unterschritten werden, sagen die Forscher: Dann reicht nach ihren Strömungsexperimenten schon ein Abstand von mehr als 75 Zentimetern, um sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Insbesondere Personen, die unsicher sind, ob sie infiziert sind, raten Forscher zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit.

Mundschutz schützt Träger nicht vor Corona-Infektion

Die Experimente von Professor Christian J. Kähler und seinem Assistenten Dr. Rainer Hain am Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Bundeswehruniversität bestätigen, dass ein einfacher Schutz über Mund und Nase oder der in Krankenhäusern übliche Mundschutz dem Träger selbst nahezu keinen Schutz vor einer Corona-Infektion bietet.

Masken gegen Coronvirus aus Staubsaugerbeuteln

Die Forscher halten es aber durchaus für möglich, wirksam schützende Masken aus haushaltsüblichen Materialien herzustellen. Als nicht geeignet haben sich bei ihren Experimenten Kaffeefilter, Küchenpapier und mehrlagige Stoffe herausgestellt. Tröpfchen mit dem Coronavirus können durch sie hindurchdringen. Sehr gute Filtereigenschaften hätten dagegen Staubsaugerbeutel mit einem Feinstaubfilter. Mit etwas Übung könne man daraus in wenigen Minuten selbst Masken herstellen.

Forscher fordern: Staat soll mit Material für Schutzmasken versorgen

Die Forscher rechnen vor, dass nur zehn Prozent der Bevölkerung eine Stunde lang Schutzmasken herstellen müsste, um etwa 100 Millionen Stück herzustellen. Die könnten dann selbst genutzt und an Freunde und Nachbarn verschenkt werden. Den Staat fordern die Forscher auf, sich um die Versorgung mit entsprechendem Filtermaterial zu kümmern.

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