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Ingolstadt: Experiment für mehr Grün in den Städten | BR24

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Testflächen für Bepflanzung

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    Ingolstadt: Experiment für mehr Grün in den Städten

    Gerade in den Städten werden Grundstücke immer enger und stärker bebaut. In Ingolstadt geht man deshalb neue Wege und hat im Gartenamt einen außergewöhnlichen Versuch gestartet, um mehr Natur in die Stadt zu bringen.

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    Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" hat es deutlich gemacht – für die freie Entfaltung der Natur wird es eng hierzulande. Das gilt auch und gerade für die Städte, in denen die Grundstücke immer enger und stärker bebaut werden. In Ingolstadt geht man deshalb jetzt neue Wege und hat im Gartenamt einen außergewöhnlichen Versuch gestartet.

    Testflächen für Mauerpfeffer und Co.

    Auf einer gepflasterten Fläche im Hinterhof des Gartenamtes wurden im letzten Sommer vier Testflächen angelegt. Dort wächst – ohne Bewässerung – auf unterschiedlichen Untergründen Mauerpfeffer. Seit letztem Sommer müssen die Pflanzen nur mit der Feuchtigkeit auskommen, die sie von der Natur bekommen. Und jetzt zeigt sich, welche Variante am besten wächst.

    Und mit diesen Pflanzen sollen zukünftig die Flachdächer von Wohnanlagen, Gewerbetrieben und städtischen Gebäuden begrünt werden.

    Bauherren denken immer weniger an grüne Flächen

    Die Stadt hat im letzten Sommer eine Begrünungssatzung erlassen. Denn sie hat festgestellt, dass Bauherren bei den hohen Grundstückspreisen dem Grün immer weniger Platz geben. Deswegen müssen jetzt bei gewerblichen Bauten und Wohngebäuden ab sechs Wohnungen mindestens 15 Prozent des Grundstücks begrünt werden. Eigentlich sind Pflanzen und Gärten ja selbstverständlich. Doch der extrem teure Baugrund hat zu teilweise absurden Verhältnissen geführt. Die letzten freien Quadratmeter Grundstück werden dann oft noch gepflastert und betoniert, damit man sich bloß nicht mehr um die Pflege des Grundstücks kümmern muss. Dem will die Stadt jetzt einen Riegel vorschieben.

    Gartenamt testet unterschiedliche Systeme

    Für den Versuch wurden vier unterschiedliche Systeme getestet. Sie wiegen zwischen 15 und 40 Kilogramm und kosten zwischen 40 und 80 Euro jeweils pro Quadratmeter. Für den Leiter des Ingolstädter Gartenamtes Ulrich Linder gibt es einen eindeutigen Sieger, eine Kokosfasermatte mit bis zu zwölf verschiedenen Mauerpfefferarten, "die sich wunderschön in einem sehr dichten Teppich präsentieren", sagt Linder.

    Erstes Projekt für die Landesgartenschau 2020

    Der Vorteil dieser bepflanzten Matte: Sie kann bei Wartungsarbeiten einfach zusammengerollt werden. Diese Begrünung soll zukünftig auf städtischen Flachdächern wachsen. Erstes Projekt wird ein Gebäude des Gartenamtes für die Landesgartenschau 2020 in Ingolstadt sein. Und natürlich können auch die Bürger und Firmen auf die Erfahrungen des Ingolstädter Gartenamtes zurückgreifen.