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Exklusiv: Mittlere Einkommen profitieren von Baukindergeld | BR24

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Seit gut einem halben Jahr können Familien das Baukindergeld beantragen, rückwirkend zum 1. Januar 2018. Die Familien bekommen vom Staat je Kind für zehn Jahre 1.200 Euro pro Jahr. Vor allem die Bezieher mittlerer Einkommen profitieren.

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Exklusiv: Mittlere Einkommen profitieren von Baukindergeld

Seit gut einem halben Jahr können Familien das Baukindergeld beantragen, rückwirkend zum 1. Januar 2018. Die Familien bekommen vom Staat je Kind für zehn Jahre 1.200 Euro pro Jahr. Vor allem die Bezieher mittlerer Einkommen profitieren.

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Familien dabei unterstützen, sich Wohneigentum zu kaufen, das sie dann auch selbst nutzen – das war das erklärte Ziel der Bundesregierung, als sie das sogenannte Baukindergeld eingeführt hat. Davon profitieren vor allem Haushalte mit einem jährlichen Brutto-Einkommen bis 30.000 Euro: 37 Prozent der bewilligten Anträge fallen in diese Kategorie. Weitere 20 Prozent gaben ein Bruttoeinkommen bis 40.000 Euro an. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem Bayerischen Rundfunk vorliegt.

Ein Jahresbrutto-Einkommen von 70.000 Euro und mehr gaben rund 14 Prozent der Haushalte an, deren Antrag bewilligt wurde.

Gesamtsumme soll nicht erhöht werden

Insgesamt 169 Millionen Euro der für die Förderung zur Verfügung stehenden rund 10 Milliarden Euro sind damit vergeben. Die Gesamtfördersumme auszuweiten, das sei bislang nicht geplant, heißt es in der Antwort des Bundesbauministeriums von Horst Seehofer (CSU).

Förderung geht bislang kaum in Neubauten

Die allermeisten, die Baukindergeld beantragen, nämlich 84 Prozent, wollen mit dem staatlichen Zuschuss den Kauf einer bestehenden Wohnung finanzieren. Die wenigsten investieren in einen Neubau. Allerdings, so der Hinweis des Ministeriums, könne der Antrag auf Baukindergeld erst nach dem Einzug in die Immobilie gestellt werden. Man rechne deshalb im laufenden Jahr mit mehr Anträgen für Neubau-Vorhaben, wenn diese fertig gebaut seien.

Aufgelistet nach Bundesländern kamen die meisten Anträge bislang aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern - wobei letztere die meisten Anträge für Neubauten stellten.

München und Nürnberg auf den hinteren Plätzen

Aufgelistet nach Städten stellen die Berliner die meisten Anträge auf Baukindergeld, gefolgt von Hamburg und Bremen. München, Wuppertal und Nürnberg liegen auf den hinteren Plätzen 10 bis 12.

Grüne kritisieren Wohnungspolitik Seehofers

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Christian Kühn kritisiert, mit dem Baukindergeld werde kein bezahlbarer Wohnraum gefördert, das habe die Bundesregierung mit den vorgelegten Zahlen selbst zugeben müssen.

"Knapp 10 Milliarden Euro für das Baukindergeld stehen rund 5 Milliarden für den sozialen Wohnungsbau gegenüber. Horst Seehofer legt in der Wohnungspolitik einen völlig falschen Schwerpunkt." Christian Kühn, Grüne

Bis auf das Baukindergeld seien noch kaum weitere Maßnahmen umgesetzt, so Kühn. Die angekündigte Wohngeld-Anhebung etwa lasse seit Monaten auf sich warten.