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"Existenzielle Bedrohung": Krankheit gefährdet Bayerns Hopfen | BR24

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Rund ein Drittel der weltweiten Hopfenernte wird in der bayerischen Hallertau angebaut. Nun ist das Anbaugebiet jedoch in Gefahr. Ein gefährlicher Krankheitserreger aus Südeuropa wurde auf deutschen Pflanzen entdeckt. Er ist hoch ansteckend.

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"Existenzielle Bedrohung": Krankheit gefährdet Bayerns Hopfen

Rund ein Drittel der weltweiten Hopfenernte wird in der bayerischen Hallertau angebaut. Nun ist das Anbaugebiet jedoch in Gefahr. Ein gefährlicher Krankheitserreger aus Südeuropa wurde auf deutschen Pflanzen entdeckt. Er ist hoch ansteckend.

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Ein neuer Krankheitserreger gefährdet die Hopfenpflanzen in der Hallertau. Der Erreger ist ein Viroid, genannt "Citrus Bark Cracking Viroid", das Zitrusfrüchte und Hopfen befällt. Die Hopfenbauern in der Hallertau sind besorgt.

Das Viroid stelle eine existenzielle Bedrohung dar, sagt Otmar Weingarten, Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbands. Im Süden Europas sind Infektionen schon länger bekannt. In Slowenien sind die infizierten Pflanzen innerhalb von drei bis fünf Jahren abgestorben.

Weg nach Deutschland unbekannt

Deutschland blieb bisher verschont. Kürzlich aber wurden zwei Fälle in der Hallertau, im Ilmtal, entdeckt. Aktuell läuft ein weiteres Monitoring, das herausfinden soll, wie viele Pflanzen bereits betroffen sind.

Wie das Viroid nach Deutschland gelangen konnte, darüber gibt es noch keine gesicherten Informationen. Hopfenexperte Weingarten vermutet: Möglicherweise über Kompost. Infizierte Zitrusfrüchte könnten im Kompost gelandet und dann im Hopfenfeld ausgebracht worden sein. Auch kompostierte Zitrusfrüchte in Pflanzenerde sind eine Option.

Für Verbraucher ungefährlich

Das Viroid ist hochansteckend, kann beispielsweise über Maschinen und Schneidwerkzeuge auf andere Pflanzen übertragen werden. Hopfenpflanzer Weingarten hofft, dass die Verbreitung des Krankheitserregers so schnell wie möglich eingedämmt werden kann.

Für den Verbraucher ist das Viroid unschädlich, auch befallener Hopfen ist für die Brauereien noch verwendbar.