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Ex-Präsident von Münchner Musikhochschule muss in Haft | BR24

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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Haftstrafe gegen den ehemaligen Präsidenten der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, wegen sexueller Nötigung bestätigt. Damit ist das Urteil des Landgerichts München rechtskräftig.

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Ex-Präsident von Münchner Musikhochschule muss in Haft

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Haftstrafe gegen den ehemaligen Präsidenten der Musikhochschule München, Siegfried Mauser, wegen sexueller Nötigung bestätigt. Damit ist das Urteil des Landgerichts München rechtskräftig.

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Der frühere Präsident der Münchner Musikhochschule, Siegfried Mauser, muss in Haft. Das Urteil des Landgerichts München ist nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe rechtskräftig.

Im Mai 2018 war Ex-Musikhochschulpräsident Mauser wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Nach Feststellungen des Gerichts hatte er eine Sängerin in seinem Büro in den Jahren 2007, 2009 und 2013 auf das Sofa gestoßen, sich auf sie gelegt oder sie mit festem Griff gehalten und trotz Protesten und Gegenwehr sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen

Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung

2004 hatte der in Straubing geborene Musikprofessor ebenfalls in seinem Büro Sex mit einer Bewerberin auf eine Assistentenstelle. Hier sprach ihn das Landgericht frei, weil nicht erwiesen sei, dass dies gegen den Willen der Frau geschah.

Anwalt des Verurteilten zeigt sich schockiert

Nach dem Urteil im Instanz- und Revisionsverfahren erklärte der Verteidiger, er sei schockiert über die Urteilsbestätigung des BGH, "da dies letztlich bedeutet, dass man für bloßes Grapschen einer bis zu 15 Jahre zurückliegenden Tat knapp drei Jahre in den Knast wandert". Dabei sei hervorzuheben, dass die Opferzeugin ein erhebliches Falschbelastungsmotiv gehabt habe, weil sie vom Angeklagten – trotz dreimaligen Vorsprechens jedes Mal – als Bewerberin abgelehnt worden sei.

Verteidiger will vor das Bundesverfassungsgericht ziehen

Der Anwalt kritisierte darüberhinaus, dass der Bundesgerichtshof das mangelnde Geständnis seines Mandanten strafverschärfend berücksichtigt habe. Dies sei ein eklatanter Verstoß gegen den Grundsatz, sich nicht selbst belasten zu müssen. Der Anwalt und der ehemalige Musikhochschulpräsident wollen das Urteil vom Mittwoch nicht akzeptieren und Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einlegen.

Der Musikwissenschaftler Mauser führte die Münchner Hochschule von 2003 bis 2014. Er hatte bei der BGH-Verhandlung betont, er verabscheue Gewalt. Er habe aber Menschen enttäuscht.