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Wolbergs will mit der "Brücke" die Wiederwahl zum OB schaffen | BR24

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Der wegen Korruptionsvorwürfen suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Wolbergs will seine Wiederwahl mit einer eigenen Liste schaffen: "Brücke - Ideen verbinden Menschen".

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Wolbergs will mit der "Brücke" die Wiederwahl zum OB schaffen

Der wegen Korruptionsvorwürfen suspendierte Regensburger Oberbürgermeister Wolbergs will seine Wiederwahl mit einer eigenen Liste schaffen. Nun hat sich ein eigener Wahlverein gegründet: "Brücke - Ideen verbinden Menschen".

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Regensburgs vorläufig suspendierter Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) will bei der kommenden Kommunalwahl mit einer eigenen Liste antreten. Dazu ist nun der erste Schritt erfolgt. Am Mittwochabend ist im Regensburger Kolpinghaus ein eigener Wahlverein gegründet worden.

Wolbergs und Unterstützer gründen Wahlverein

"Brücke - Ideen verbinden Menschen" nennt sich der Zusammenschluss von Wolbergs und seinen Unterstützern. Rund 70 Mitglieder haben sich dem suspendierten Oberbürgermeister angeschlossen und die Vereins-Satzung unterzeichnet. Wolbergs selbst wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt.

"Ich will einfach mit Menschen, die Lust haben, sich in der Stadt zu engagieren, etwas tun. Ganz einfach. Das ist alles." Joachim Wolbergs

Für die Gründung konnte der wegen Korruptionsvorwürfen angeklagte Wolbergs Menschen aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft gewinnen. Darunter Kulturschaffende, Journalisten lokaler Medien, Gewerbetreibende und auch SPDler. "Total interessante Leute", befand Wolbergs im BR-Interview nach der Veranstaltung. "Ich finde, ein Abbild der Stadtgesellschaft, zumindest in Teilen."

"Ich gehe davon aus, dass der Verein relativ schnell mehrere hundert Mitglieder haben wird. Das ist so das, was ich an Rückmeldungen in der Vergangenheit bekommen habe." Joachim Wolbergs

Regensburger SPD droht Spaltung

Auf die Frage, ob der Partei in der Stadt eine Spaltung drohe, sagte Wolbergs: "Ich habe kein einziges SPD-Mitglied aufgefordert, mir zu folgen. Und das werde ich auch in Zukunft nicht tun. Jeder entscheidet das für sich selber." Er habe viele menschliche Bindungen in die SPD, die würden nicht verloren gehen. Seit 31 Jahren sei er Mitglied, da falle ihm die Situation nicht leicht.

SPD-Stadträte verlassen Veranstaltung

Vier anwesende Stadträte aus der SPD-Stadtratsfraktion hatten das Gründungstreffen besucht, ohne ihre Beitrittserklärung abzugeben. Man sei momentan noch in der "Findungsphase", sagte einer von ihnen beim Verlassen des Gebäudes.

Bereits am Dienstag hatten führende Regensburger Sozialdemokraten abtrünnigen Genossen mit dem Parteiausschluss gedroht. Wolbergs hatte daraufhin eine Kandidatur mit der SPD ausgeschlossen.

In der Satzung bezeichnet sich "Brücke - Ideen verbinden Menschen" als parteipolitisch unabhängig. Ziel des Vereins sei es, das politische Leben in Stadt und Region mitzugestalten, zur politischen Willensbildung beizutragen und bei der Kommunalwahl anzutreten.

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Joachim Wolbergs über das Gründungstreffen von "Brücke - Ideen verbinden Menschen"

In den kommenden Wochen will der Vorstand des Vereins ein Arbeitsprogramm erstellen und die ersten inhaltlichen Wegmarken festlegen. Diese sollen zunächst in einer weiteren Mitgliederversammlung und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden. "Die Gruppe, die das alles vorbereitet hat, hat sich auch schon über Inhalte unterhalten", so Wolbergs. "Wir haben aber vereinbart: Ein bisschen muss man so einem Verein auch Zeit geben."

Wolbergs und Unterstützern droht SPD-Ausschluss

Die SPD wird Genossen unter den Mitgliedern von Wolbergs' neugegründetem Wahlverein ausschließen, kündigte der Regensburger SPD-Unterbezirkschef Sebastian Koch am Donnerstagvormittag an. Die Partei werde sich den neugewählten Vorstand des Vereins nun genau anschauen, sagte Koch. Dessen SPD-Mitglieder werden dann wohl schon kommende Woche ein Schreiben von der Landesgeschäftsstelle der SPD in München bekommen.

"Darin werden sie aufgefordert, diese Wählervereinigung wieder zu verlassen. Sollte das innerhalb einer Woche nicht geschehen, gelten sie als ausgetreten." Sebastian Koch

Damit wird wohl auch Joachim Wolbergs selbst in wenigen Tagen kein SPD-Mitglied mehr sein. Bereits Mittwochabend hatte Wolbergs nach Gründung des Vereins gesagt, dass er sich dessen bewusst sei. Wie der Regensburger Stadtverband am Donnerstag in einer Stellungnahme betont, wolle die Partei im Gespräch mit den Genossen bleiben, die mit Wolbergs' Wählervereinigung liebäugeln. Eine Doppelmitgliedschaft schließe die Satzung der Partei aber zwingend aus. Eine Mitgliedschaft in Wolbergs‘ Verein führe deshalb automatisch zum Verlust der Parteizugehörigkeit, so SPD-Unterbezirkschef Koch.

"Es ist nicht so, dass wir die Leute rausschmeißen. Die wissen genau, was in den Statuten drinsteht und nehmen das jetzt billigend in Kauf, wie es scheint." Sebastian Koch
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Er ist als Regensburger Oberbürgermeister zwar suspendiert - trotzdem will es Joachim Wolbergs noch einmal wissen: Bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr möchte er mit einer eigenen Liste antreten, um erneut Rathauschef zu werden.

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Autoren
  • Andreas Wenleder
  • Sebastian Grosser
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