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Ex-OB Hans Schaidinger feiert 70. Geburtstag | BR24

© pa/dpa/Daniel Karmann

Hans Schaidinger feiert seinen 70. Geburtstag in Regensburg. 1996 wurde er zum Oberbürgermeister Regensburgs gewählt.

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    Ex-OB Hans Schaidinger feiert 70. Geburtstag

    Die Stadt Regensburg feiert ihren Ex-Oberbürgermeister Hans Schaidinger mit einem Empfang am Sonntag im Alten Rathaus. Er wird 70 Jahre alt. Schaidinger ist wie sein Nachfolger Wolbergs in die Regensburger Korruptionsaffäre verwickelt.

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    Seinen 70. Geburtstag feiert am Samstag der frühere Oberbürgermeister von Regensburg, Hans Schaidinger. Am Sonntag wird der ehemalige OB um 11 Uhr im Kurfürstenzimmer des Alten Rathauses empfangen.

    Verwicklung in Regensburger Korruptionsaffäre

    Schaidinger war maßgeblich an der Entwicklung Regensburgs zu einer bundesweit beachteten Boom-Region mit Schwerpunkten im Automobilbau, der Halbleitertechnik und der Biowissenschaften beteiligt. Im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre in Regensburg laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn. Mindestens zweimal wurde auch sein Privathaus im Südwesten der Stadt durchsucht.

    Karriere in der Jungen Union

    Hans Schaidinger wurde in Salzburghofen, einem Stadtteil von Freilassing (Lkr. Berchtesgadener Land), geboren. Er kam nach dem Wehrdienst zum Studium der Volkswirtschaftslehre nach Regensburg und machte hier auch innerhalb der Jungen Union Karriere, zu einer Zeit, als Alfred Sauter Landesvorsitzender war. In diesen Jahren tat er sich auch als Organisator des Kommunalwahlkampfs 1978 hervor, bei dem die CSU mit Friedrich Viehbacher gegen den SPD-Kandidaten Albert Schmid gewann und damit erstmals den Oberbürgermeister Regensburgs stellen konnte.

    Beteiligung an Ansiedlung des BMW-Werks in Regensburg

    Nach dem Studium kam Schaidinger 1978 in die Abteilung Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung der Stadt Regensburg. Hier war er maßgeblich an der Ansiedlung des BMW-Werks in Regensburg mit heute über 10.000 Arbeitnehmern beteiligt.

    1996: Oberbürgermeister von Regensburg

    1991, nach dem Sieg der SPD-Kandidatin Christa Meier bei der OB-Wahl, verließ Schaidinger die Stadtverwaltung und wurde Bereichsleiter im Immobilienunternehmen von Alfons Doblinger in München. Für viele überraschend gelang es Schaidinger, 1996 wiederum Christa Meier zu verdrängen und selber Oberbürgermeister zu werden. Er galt als zielstrebiger und durchsetzungsstarker Chef der Stadtverwaltung, der eine straffe Führung bevorzugt.

    Turbulenzen der Landesbank: Schaidinger in den Schlagzeilen

    Schaidinger stand außerdem von 2005 bis 2011 als Vorsitzender an der Spitze des Bayerischen Städtetags und war auch Mitglied des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks. Ferner war er von 2005 bis 2012 Mitglied des Verwaltungsrats der Bayerischen Landesbank. Diese Jahre mit den Turbulenzen rund um das Engagement der Landesbank an der Kärntner Hypo Group Alpe Adria (HGAA) und andere fehlgeschlagene Investments mit Gesamtverlusten von über zehn Milliarden Euro brachten auch Schaidinger mehrfach in die Schlagzeilen und führten zu Auftritten in Untersuchungsausschüssen des Landtags.

    Joachim Wolbergs als Schaidingers Nachfolger

    2014 konnte Schaidinger aus Altersgründen nicht mehr kandidieren, der SPD-Politiker Joachim Wolbergs wurde sein Nachfolger. Als dann im Oktober 2016 die Regensburger Parteispenden- und Korruptionsaffäre losbrach, wurde erneut über Schaidinger in den Medien geschrieben. Weil auch er bereits als Oberbürgermeister an Verkaufsgesprächen über das ehemalige Bundeswehrgelände "Nibelungenkaserne" beteiligt war, geriet Schaidinger wegen seiner Beziehungen zu dem inzwischen angeklagten Immobilienunternehmer Volker Tretzel ins Gerede. Schaidinger soll Tretzel, der das Gelände später auch tatsächlich erwerben konnte, durch einen hoch dotierten Beratervertrag verbunden sein. Das Landgericht Regensburg hat noch nicht über die Erhebung einer Anklage gegen Schaidinger entschieden.

    Schaidinger setzt sich für Sanierung des Theaters Regensburg ein

    Über das Privatleben von Hans Schaidinger ist wenig bekannt. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und gilt als Musikliebhaber. Seinem Engagement ist ein Gastspiel der Wiener Philharmoniker in Regensburg sowie die millionenteure Sanierung des Theaters Regensburg zu verdanken. Er setzte sich auch persönlich dafür ein, dass das Theater mit einer Reihe von Wagner-Aufführungen glänzen konnte. Gescheitert ist Schaidinger an den Bürgern von Regensburg, die mehrfach seine Pläne für den Bau einer Stadthalle in Bürgerentscheiden ablehnten.