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Ex-Heimatpfleger Georg Loibl aus Hengersberg gestorben | BR24

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Heimatpfleger Georg Loibl

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    Ex-Heimatpfleger Georg Loibl aus Hengersberg gestorben

    Der langjährige Heimatpfleger des Landkreises Deggendorf, Georg Loibl, ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 85 Jahren. Georg Loibl führte in Hengersberg eine Metzgerei und bildete sich zum kunsthistorischen Experten in Niederbayern fort.

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    Georg Loibl war lange Jahre Heimatpfleger des Landkreises Deggendorf. Nun ist er am Samstag im Alter von 85 Jahren verstorben, wie der Bayerische Rundfunk aus der Familie erfuhr. Georg Loibl führte in Hengersberg eine Metzgerei und bildete sich zum kunsthistorischen Experten, vor allem für das Barock und das Rokoko in Niederbayern, fort. Gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk stieß er seit den frühen 80er Jahren zahlreiche Renovierungen von Kirchen und profanen Gebäuden an.

    Renovierung der Rokokokirche in Loh bei Stephansposching

    Den Anfang machte dabei die Renovierung der Rokokokirche "Zum gekreuzigten Herrn" in Loh bei Stephansposching. Auch die Gründung des Kalk- und Ziegelmuseums Flintsbach bei Winzer und der Kultursammlung Ostbayern im renovierten Spital Hengersberg (alle im Lkr. Deggendorf) gehen auf seine Initiative zurück. Unvergessen bleibt Loibl, weil er - mit den Armen bis zu den Ellenbeugen in Leberwurstmasse knetend - freiweg über die feinsten Rocaillen bei Putten in einer niederbayerischen Kirche druckreif referieren und dabei noch ein entlegenes Druckwerk des späten 19. Jahrhunderts zitieren konnte. Das alles allerdings auf niederbairisch.

    Referieren und zitieren auf niederbairisch

    Er erweckte damit die Kunstgeschichte Niederbayerns zum Leben, was ihn von zahlreichen Vertretern der reinen kunsthistorischen Lehre an Universitäten deutlich unterschied. Loibl war seit 1976 ehrenamtlicher Heimatpfleger des Landkreises Deggendorf, er übte diese Tätigkeit von 1989 bis 1999 hauptamtlich als Mitarbeiter der Kreisverwaltung aus. Er gehört zu den ersten, die ein Bewusstsein für die kunstgeschichtliche Bedeutung des niederbayerischen Bauernlands an der Donau und damit für den Denkmalschutz außerhalb von Großstädten forderten. Dafür wurde er unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden und der Denkmalmedaille des Freistaats ausgezeichnet.

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