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Ex-Altenheim-Leiter von Aichach verharmlost Corona bei Demo | BR24

© BR/Barbara Leinfelder

Auf der Aichacher Querdenker-Demo am Samstag hat auch der frühere Leiter des örtlichen AWO-Altenheims gesprochen. Im Frühjahr waren ausgerechnet in dieser Einrichtung 17 infizierte Bewohner gestorben. Die AWO distanziert sich jetzt von dem Mann.

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Ex-Altenheim-Leiter von Aichach verharmlost Corona bei Demo

Auf der Aichacher Querdenker-Demo am Samstag hat auch der frühere Leiter des örtlichen AWO-Altenheims gesprochen. Im Frühjahr waren ausgerechnet in dieser Einrichtung 17 infizierte Bewohner gestorben. Die AWO distanziert sich jetzt von dem Mann.

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Verschwörungstheorien bei einer Corona-Demo aus dem Munde eines früheren Altenheim-Leiters: Davon distanziert sich die Arbeiterwohlfahrt Schwaben. Auf BR-Anfrage teilte sie mit, man habe zusammen mit der AWO-Familie im Landkreis Aichach-Friedberg sowie insbesondere in der Stadt Aichach selbst überrascht Kenntnis genommen vom Auftreten des Mannes bei der Aichacher "Querdenker"-Demo. "Wir sind aus allen Wolken gefallen", so ein AWO-Mitarbeiter.

Redner leugnet Pandemie

Der Redner ist nach Angaben der AWO noch formell als Leiter des Aichacher Seniorenheims eingetragen. Er sei aber seit Frühjahr krankheitsbedingt nicht mehr im Dienst. Bei der Demo am Samstag soll er dem Vernehmen nach beispielsweise geäußert haben, dass die Medien nur politikgesteuerte Fake-News verbreiten würden. Es gebe eine "Plandemie", keine Pandemie.

AWO distanziert sich von Ex-Leiter

Mit solchen Aussagen will die Arbeiterwohlfahrt nichts zu tun haben. Der Vorsitzende des Präsidiums der AWO Schwaben, Heinz Münzenrieder, betonte, dass der Mann auf der Veranstaltung ausdrücklich seine private Meinung vorgetragen habe. Die Rede stimme in keiner Weise mit den Überzeugungen der AWO in der Corona-Angelegenheit überein, so Münzenrieder. Dies gelte auch in gleicher Weise mit Blick auf die anderen dort vorgetragenen Redebeiträge.

17 Todesfälle im Aichacher Heim im Frühjahr

Münzenrieder sagte, er könne sich keinen Reim darauf machen, warum der Kollege so reagiere – vor allem, nachdem dieser selbst erlebt habe, wie Menschen am Coronavirus sterben. Der Redner war Leiter des Aichacher AWO-Heims, das im Frühjahr im Zuge der Corona-Pandemie in die Schlagzeilen geraten ist. Damals waren 17 Bewohner der Einrichtung nach Corona-Infektionen gestorben.

Ermittlungen laufen noch

Der damalige Chef des Gesundheitsamts Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, hatte die Heimleitung im Frühjahr scharf kritisiert. Er warf ihr vor, zu wenig getan zu haben, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Ein Angehöriger eines Verstorbenen hatte sogar Strafanzeige gestellt. Die Ermittlungen sind laut AWO noch nicht abgeschlossen.

Tausend Menschen folgen Querdenken-Aufruf

Bei der Querdenker-Demo in Aichach hatten am Samstag etwa tausend Menschen gegen die Corona-Politik protestiert. Die meisten hielten sich laut Polizei an die Hygiene-Auflagen – allerdings mussten die Beamten vereinzelt Demonstranten dazu auffordern, eine Maske aufzusetzen. Es gab auch Gegenprotest: Die Aktion mit etwa 30 Teilnehmern lief nach Polizeiangaben friedlich.

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