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Evangelische Landessynode: Zukunfts- und Personaldebatten | BR24

© BR/Frank Breitenstein

Annekathrin Preidel bleibt Präsidentin der bayerischen Landessynode. Bei der konstituierenden Sitzung des Kirchenparlaments wurde Preidel in Geiselwind mit großer Mehrheit wiedergewählt. Die 63-Jährige aus Erlangen war die einzige Kandidatin.

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Evangelische Landessynode: Zukunfts- und Personaldebatten

In Geiselwind an der A3 zwischen Nürnberg und Würzburg tagt derzeit die evangelische Landessynode Corona-bedingt in einer Eventhalle am Autohof. Wie Corona die Kirche verändert, darüber diskutieren die 108 Kirchenparlamentarier.

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Die evangelische Kirche in Bayern macht sich auf den Weg in die Zukunft. Dazu passt der Tagungsort. Eine Eventhalle an der Autobahnraststätte Geiselwind. Ein symbolträchtiger Ort findet der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: "Ein Symbol dafür, wo wir hinmöchten: eine Kirche, die nah bei den Menschen ist, eine Kirche, die mitten im Leben steht, die bei den Lastwagenfahrern präsent ist, die nicht wartet, bis die Trucker kommen, sondern eine Kirche, die da ist, wo die Trucker sind."

Tagung wegen Corona nur in Eventhalle möglich

Die 108 Synodalen tagen in einer riesigen Eventhalle am Autohof. Und das hat weniger mit der Symbolkraft zu tun, sondern ist den Corona-bedingten Auflagen für Versammlungen geschuldet. Hier, zwischen Autobahnkapelle und LKW Parkplatz lassen sich die Abstandsregeln leicht einhalten. Die Sitzungen einzelner Arbeitskreise finden im Freien statt und im Stehen.

Gemeinden im Lockdown: neue Digitalformate

Wie die Corona Krise die Kirche verändert hat, ist das heimliche Thema dieser Tagung. Wochenlang waren Kirchengemeinden wegen des Lockdowns geschlossen. Gottesdienste fielen aus, auch die eigentlich für das Frühjahr vorgesehene Tagung der Landessynode. Die Kirche war in dieser Zeit nicht untätig, sagt Dekanin Nina Lubomierski aus Landshut: "Ich kann für mein Dekanat sprechen in Landshut. Wir waren unglaublich präsent. Und ich bin total stolz, was wir für Formate entwickelt haben. Sowohl im Regionalfernsehen als auch im Internet, vor Ort in den Kirchen. Wir hatten zum Beispiel Kirche to Go, wo sich jeder was mitnehmen konnte. Wir waren für die Leute da, die was gebraucht haben."

Kritik: Kirchen in Corona-Krise zu leise

Und dennoch gab es Kritik: Die Kirche habe sich weggeduckt, wäre zu leise gewesen, hätte zu wenig in der Krise unternommen. Es gibt noch einiges zu tun, räumt Dekanin Lubomierski ein: "Wo wir besser werden müssen, ist in der Kommunikation, in den Gedanken, die wir uns alle gemacht haben. Wir haben viel darüber geredet, wir haben es nicht geschafft unsere Gedanken transparent weiterzugeben."

Welche Lehren zieht die Landeskirche aus der Corona-Krise? Das muss die Landessynode in den kommenden Jahren diskutieren und entscheiden. Dazu kommen ein ehrgeiziges Reformprogramm und ein enormer Spardruck. Angesichts stark sinkender Mitgliederzahlen muss die Kirche sparen, Stellen streichen. Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm warnt im Gespräch mit dem BR davor, einfach nur den Rasenmäher anzusetzen.

"Wir wollen nicht einfach nur "besinnungslos" Sparlisten erstellen. Die Schwerpunkte müssen gut überlegt so gesetzt werden, dass sie der Kirche der Zukunft entsprechen. Und diese Weichenstellungen wird diese Synode zu treffen haben. " Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Ideen für Kirche der Zukunft: Christliche Coworking-Spaces

Eine neu gewählte Synode mit neuen Mitgliedern und neuen Ideen. Anna-Nicole Heinrich aus Cham hat sich Gedanken gemacht, wie Kirche für junge Erwachsene attraktiv werden kann. Zum Beispiel für Studenten, die noch zu Hause leben oder in beengten WGs: "Christliche Coworking Spaces zum Beispiel", erklärt die Synodale. "Warum nicht unsere Gemeindehäuser aufmachen, Arbeitsplätze einrichten? Rahmenprogramm anbieten, wo sich junge Menschen angesprochen fühlen."

Annekathrin Preidel als Präsidentin bestätigt

Vor den Sach- kommen jedoch die Personalfragen. Die Synode musste ein neues Präsidium wählen und hat sich für Kontinuität entschieden: Annekathrin Preidel heißt die alte und neue Präsidentin der evangelischen Landessynode. Die promovierte Biologin stammt aus Erlangen, engagiert sich seit Jahren in der evangelischen Kirche, unter anderem als Kirchenvorstand in ihrer Gemeinde und ist bereits seit 2014 Präsidentin der Synode.

"Wir haben es jetzt auch in der Corona Krise gemerkt, dass plötzlich Menschen in die Kirche kamen und dort Schutz und Andacht suchten, die wir sonst nicht so oft sehen. Ich möchte gerne neue Formate entwickeln, wir Menschen neu erreichen können und wie das Evangelium in die Gesellschaft hineinsickert. " Synodenpräsidentin Annekathrin Preidel

Sie bleibt mit ihrer Wiederwahl die oberste Repräsentantin der mehr als 2,3 Millionen evangelischen Christen im Freistaat.

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