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Evangelische Kirche in Bayern plant Stellenkürzungen | BR24

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Die Mitgliederzahlen sinken und trotzdem bleibt die Kirche nach Ansicht von Ministerpräsident Söder unverzichtbar für die Gesellschaft und den Einzelnen.

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Evangelische Kirche in Bayern plant Stellenkürzungen

Immer mehr Gläubige verlassen die beiden großen Kirchen in Bayern. Weniger Gläubige, das bedeutet langfristig weniger Kirchensteuereinnahmen und Personalabbau. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Landessynode der evangelischen Kirche in Bamberg.

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Es ist die letzte Tagung der evangelischen Landessynode in der aktuellen Wahlperiode. In Bamberg stellen die Kirchenparlamentarier aber die Weichen für die Zukunft. Bei der Tagung geht es um den Landesstellenplan. Also Pfarrstellen, aber auch Stellen von Diakonen, Kirchenmusikern, Religionspädagogen. Vorgesehen sind massive Einschnitte.

Evangelische Landeskirche will zehn Prozent der Stellen streichen

Genaue Zahlen, wie viele Stellen in Zukunft wegfallen, will man in Bamberg nicht nennen. Der Personalchef der evangelischen Landeskirche, Stefan Reimers, bleibt bei den Prozentzahlen. Zehn Prozent der Stellen von Pfarrern, Diakonen, aber auch Kirchenmusikern und Religionspädagogen sollen demnach in der evangelischen Landeskirche wegfallen. Das sieht der Landesstellenplan vor, den die Kirchenparlamentarier in Bamberg beschließen werden.

"Da wir einen Rückgang an Mitgliedern haben, müssen wir auch die Stellen anpassen, und deshalb gibt es Stellenrückgänge, wir kürzen nicht, sondern passen die Stellen an die Mitgliederzahlen an." Stefan Reimers

Mitgliederzahlen schrumpfen weiter - Kürzungen notwendig

Schwer zu erklären: Die Kirche plant Kürzungen, und das, obwohl sie auch in diesem Jahr wieder wegen der guten Konjunktur Kirchensteuereinnahmen auf gleichbleibend hohem Niveau erzielt hat. Dass das allerdings nicht so bleiben wird, davon ist man in Bamberg überzeugt: Die Kirche wird in Zukunft mit weniger Mitteln haushalten müssen, die Mitgliederzahlen schrumpfen weiter.

Synode: Kein kirchlicher Mitarbeiter soll seine Stelle verlieren

Durch den Stellenabbau wird kein Kirchenmitarbeiter seine Stelle verlieren, das wird man nicht müde zu betonen. Freiwerdende Stellen werden allerdings nicht nachbesetzt. Der Fürther Dekan Friedrich Schuster warnt daher vor der Mehrbelastung, die auf Kirchenmitarbeiter durch die Stellenkürzungen zukommt.

"Wenn ich als Pfarrer und Dekan daran denke, dass wir eine Reduktion von zehn Prozent beim Personal haben, bedeutet das ja nicht gleichzeitig, dass wir weniger Arbeit haben. Zehn Prozent weniger Gemeindeglieder heißt nicht, dass, wenn zehn Prozent weniger Konfirmanden da sind, die Konfirmandenstunde nicht gehalten werden muss. Wenn weniger Gottesdienstbesucher kommen, muss der Gottesdienst trotzdem vorbereitet werden." Dekan Friedrich Schuster

Künftig auch Religionspädagogen statt Pfarrer

Das zu kompensieren, erfordere Kreativität, sagt Schuster. Das ist es, was die Kirche mit ihrem Reformprozess "Profil und Konzentration" fördern will, den die Kirche sich vor ein paar Jahren verordnet hat. Dabei setzt die Landessynode auf Synergien und Kompetenzbündelung. Ganz in diesem Sinn sollen in Zukunft 20 Prozent der Stellen - das ist neu - berufsgruppenübergreifend besetzt werden können. Das bedeutet: Statt einem Pfarrer kann auch ein Religionspädagoge eine Stelle übernehmen.

Landesbischof: Gemeinden vor Ort sollen mitbestimmen

"Der entscheidende Punkt ist, dass die Strukturen so gestaltet sind, dass sie vor Ort passen", sagt Landesbischof Heinrich-Bedford-Strohm: "Dass sie nicht von München aus ausgedacht werden, sondern dass die Leute vor Ort sagen können, bei uns ist die Krankenhausseelsorge besonders wichtig, bei uns ist die Jugendarbeit besonders wichtig und deswegen wollen wir da einen Schwerpunkt setzten, dass die Menschen vor Ort hinhören, was baucht die Region in der Kirche und auch über die Kirche hinaus."

In Bamberg legen die Synodalen bis Donnerstag die Rahmendaten für die Stellenkürzungen fest. Wie die Kürzungen genau aussehen, welche Stellen gestrichen werden, entscheidet sich aber erst im Herbst 2020.