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Eva Weber als Augsburger Oberbürgermeisterin vereidigt | BR24

© BR/Thomas Pösl

Eva Weber (CSU) bei ihrer Vereidigung als Augsburger Oberbürgermeisterin

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    Eva Weber als Augsburger Oberbürgermeisterin vereidigt

    Mit Corona-Abstand wurde Eva Weber in der ersten Sitzung des neuen Augsburger Stadtrats als Oberbürgermeisterin vereidigt. Mit der schwarz-grünen Koalition könnte Augsburg auch ein Testfeld für die Landes-CSU werden.

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    Von
    • Beate Mangold
    • Eva Lell
    • Thomas Pösl

    "Etwas schräg" fand Eva Weber nach ihren eigenen Worten ihre Vereidigung und vor allem die Übergabe der Amtskette an sie als neue Oberbürgermeisterin Augsburgs. Denn aufgrund der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie fand die erste konstituierende Sitzung des Augsburger Stadtrates nicht im Rathaus, sondern im Veranstaltungszentrum Kongress am Park statt. Und dann musste sich Weber ihre Amtskette auch noch selbst umlegen.

    Wirtschaft im Fokus von Eva Webers Politik

    Der Abstand in der Halle solle aber nicht als Sinnbild für die neue Ratsperiode dienen, sagte Eva Weber in ihrer Antrittsrede. Stattdessen wolle sie, dass die Stadträtinnen und Stadträte Fragen gemeinsam und kollegial entschieden, mit dem Ziel, das Beste für die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.

    Als ehemalige Wirtschaftsreferentin legte Eva Weber in ihrer Antrittsrede auch den ersten Schwerpunkt auf die Augsburger Wirtschaftspolitik. Die finanziellen Mittel der Stadt würden auch in Zukunft überschaubar sein. Dennoch sei es wichtig die Dynamik in der Stadt weiterzutreiben. "Nur mit einem starken Wirtschaftsstandort werden wir uns als Stadtgesellschaft vieles leisten können, was sozial, ökologisch und kulturell zu einer lebendigen Stadt dazugehört", so Weber.

    Digitalisierung, Klimapolitik und bessere Schulen

    Als weitere Ziele wolle sie die Digitalisierung vorantreiben, Augsburg zu einer Klimametropole machen, gemeinsam mit privaten Investoren neuen Wohnraum schaffen und für eine zeitgerechte Ausstattung von Kitas und Schulen sorgen. Weber wird dies in Zukunft in einer schwarz-grünen Regierung tun. Diese Koalition solle jedoch nicht bedeuten, dass die anderen Stadtratsmitglieder außen vorgelassen würden. Vielmehr sollten Weber zufolge die anderen Parteien etwa bei der Besetzung der Ausschussvorsitzenden zum Zuge kommen, um so ein positives Signal zu setzen.

    Augsburg als Testobjekt für Schwarz-Grün

    Mit der schwarz-grünen Koalition ist Augsburg eine von nur wenigen Städten mit dieser Regierungskonstellation. Weitere Beispiele finden sich etwa in Kaufbeuren und Schweinfurt. Als größte bayerische Stadt, in der CSU und Grüne koalieren, könnte Augsburg deshalb auch spannend für die Münchner Parteispitze werden.

    Zwar hat die CSU die Grünen bislang zum Hauptgegner erklärt. Augsburg könnte nun aber zeigen, wie eine solche Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene funktioniert, wie die Bürgerinnen und Bürger darauf reagieren und ob sich eine solche Koalition auf eine andere Ebene übertragen lassen könnte.

    Keine großen Wohltaten mehr aus München

    Aber auch Eva Weber selbst wird als Frau wohl im Fokus der Parteispitze stehen. Schließlich hat die CSU die Frauen schon im Wahlkampf in den Vordergrund gerückt, weil sich die Partei immer wieder vorwerfen lassen muss, sie sei eine Männerpartei. So kann sie sicher an die Erfolge von Kurt Gribl, der unter anderem die Uniklinik und das Staatstheater nach Augsburg holte, anknüpfen. Gleichzeitig darf sie aber auf absehbare Zeit wohl nicht mehr auf große Wohltaten aus München hoffen, weil sich der Freistaat durch die Corona-Krise ebenso wie der Bund wohl massiv verschuldet.