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Europoles in Neumarkt weitgehend gerettet | BR24

© pa/dpa/Armin Weigel

Ein Mitarbeiter befestigt auf dem Werksgelände im oberpfälzischen Neumarkt Drähte an einer Form für einen Betonmast.

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    Europoles in Neumarkt weitgehend gerettet

    Der Masten- und Stützenhersteller Europoles in Neumarkt hatte Insolvenz angemeldet. Durch die Übernahme eines Berchinger Familienunternehmens ist Europoles jetzt aber weitgehend gerettet. Grund für die Insolvenz war ein geplatzter Großauftrag.

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    Der Mastenhersteller Europoles in Neumarkt ist weitgehend gerettet. Im Oktober hatte das Unternehmen mit Hauptsitz in Neumarkt Insolvenz angemeldet. Nun übernimmt das Berchinger Familienunternehmen Fuchs und Söhne Teile der Gruppe. Das teilt ein Sprecher von Europoles heute mit.

    140 Arbeitsplätze fallen durch Übernahme weg

    Demnach geht der Geschäftsbereich Infrastruktur an das Berchinger Unternehmen, dazu gehören die Herstellung von Betonmasten oder auch der Bau von Telekommunikationsanlagen. Durch die Übernahme fallen allerdings 140 Arbeitsplätze weg. Laut einem Sprecher haben 90 Mitarbeiter in den vergangenen Wochen und Monaten von sich aus gekündigt. 50 Mitarbeiter sind nun Teil einer Transfergesellschaft. 350 Arbeitsplätze bleiben am Standort in Neumarkt aber erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

    Neuer Investor für Tochtergesellschaft von Europoles

    Auch für eine Tochtergesellschaft von Europoles in Lutherstadt-Eisleben konnte ein Investor gefunden und damit alle Arbeitsplätze an dem Standort gesichert werden. Der Geschäftsbereich Beleuchtung bleibt aber bei der Europoles GmbH und Co.KG und wird von ihr auch bis auf Weiteres in Eigenverwaltung fortgeführt. Dazu gehören Standorte in Neumarkt, Dinkelsbühl, Werl und Stadtilm.

    1.200 Mitarbeiter europaweit

    Europoles ist Europas führender Hersteller von Masten, Stützen und Tragsystemen. Das Unternehmen ging aus dem im Jahr 1894 gegründeten Familienunternehmen Pfleiderer hervor. Seit 2004 gehört das Unternehmen aber nicht mehr zum Pfleiderer-Konzern. Es stellt mit 1.200 Mitarbeitern, davon bisher 530 am Hauptsitz in Neumarkt sowie an Standorten in Europa und dem Mittleren Osten, Masten, Stützen, Tragsysteme und Türme aus Beton, Stahl und Kunststoff her, zum Beispiel Stützen für den Baumwipfelpfad in Sankt Englmar oder die drittgrößte Moschee der Welt in Algier. Zudem produziert Europoles Masten für Funkmasten, Funktürme oder ICE-Strecken oder auch Flutlichtmasten für Flughäfen.

    Grund für Insolvenz: Geplatzter Großauftrag

    Grund für die Insolvenz im Oktober war ein Großauftrag mit einem Volumen von 110 Millionen Euro, der überraschend weggefallen ist. Für diesen Großauftrag hatte das Unternehmen aber bereits mehrere Millionen Euro investiert. Sachverwalter im Verfahren ist seit Oktober der Amberger Insolvenzverwalter Dr. Harald Schwartz.