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Europawahl: Oberpfalz im EU-Parlament wieder doppelt vertreten | BR24

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Die Oberpfalz wird im Europäischen Parlament laut jüngster Hochrechnung weiterhin mit zwei Abgeordneten vertreten sein: Christian Doleschal (CSU) und Ismail Ertug (SPD).

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Europawahl: Oberpfalz im EU-Parlament wieder doppelt vertreten

Die Oberpfalz ist im Europäischen Parlament weiterhin mit zwei Abgeordneten vertreten: Christian Doleschal (CSU) und Ismail Ertug (SPD). Die Europawahl wirkt sich auch auf die Bundestagsmandate aus.

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Sechs Sitze erhält die CSU im neugewählten EU-Parlament. Das ist ein Sitz mehr als bisher.

Christian Doleschal geht als Neuling ins Parlament

Auf Platz fünf der CSU-Liste kandidierte Christian Doleschal, damit schaffte er den Sprung ins EU-Parlament. Der 31-Jährige wurde in Brand im Landkreis Tirschenreuth geboren und ist als Rechtsanwalt tätig. Er ist ein Neuling in Brüssel und Straßburg. Der bisherige Europapolitiker Albert Deß von der CSU aus Neumarkt trat bei dieser Wahl nicht mehr an. Nachfolger Doleschal will ein Europa der Stabilität und der Nachhaltigkeit. Die Wähler gaben Rückendeckung: 52,3 Prozent holte die CSU in Doleschals Heimatlandkreis Tirschenreuth, ein deutlicher Abstand zu allen anderen Parteien, die hier allesamt einstellig blieben.

© Christian Doleschal

Christian Doleschal (CSU) zieht erstmals ins EU-Parlament ein

"Es geht nicht darum, ob man Europa gut oder schlecht findet. Es geht um unsere Zukunft in der Welt." Christian Doleschal

Das stabile Ergebnis der CSU insgesamt wirkt sich auch auf die Bundestagsmandate aus. Marlene Mortler, die Drogenbeauftrage der Bundesregierung, kandidierte bei der Europawahl auf Listenplatz sechs. Derzeit vertritt sie den Wahlkreis Roth / Nürnberger Land als direkt gewählte CSU-Bundestagsabgeordnete. Da die CSU sechs Sitze im EU-Parlament erhält, hätte es Mortler geschafft, und im Bundestag kämen Nachrücker zum Zuge.

Mögliches Bundestagsmandat für Regensburg

Auf Platz eins der CSU-Nachrückerliste steht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Weil er bislang jedoch keine Ambitionen zeigte, nach Berlin zu gehen, könnte Astrid Freudenstein wieder in den Bundestag einrücken. Die CSU-Stadträtin und Interessentin für die OB-Kandidatur ihrer Partei in Regensburg war von 2013 bis 2017 im Bundestag. Derzeit arbeitet sie als Abteilungsleiterin im Bundesverkehrsministerium.

© ertug.eu

Ismail Ertug aus Amberg bleibt für die SPD im EU-Parlament

Ismail Ertug schafft Wiedereinzug

Ismail Ertug aus Amberg geht als der Erfahrene wieder nach Brüssel und Straßburg - er ist bereits seit 2009 im Europäischen Parlament. Ertug ist verkehrspolitischer Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion. Der gelernte Krankenkassen-Betriebswirt hat bei der SPD auf Listenplatz 10 für die Europawahl kandidiert. Damit schafft er den Wiedereinzug trotz der starken Verluste bei der SPD. Sie erhält 16 Sitze. Einen Heimvorteil hatte Ismail Ertug nicht. In der Stadt Amberg sackte die die SPD um 12 Prozentpunkte ab auf 12,5 Prozent.

Europa sei eine Zukunftsgarantie für alle, die in dieser Gemeinschaft leben, sagte Ertug dem BR. Und: Europa könne deutlich stärker werden in der Welt.

SPD-Ergebnis mehrfach einstellig

Die CSU konnte in einigen Oberpfälzer Landkreisen noch fast oder rund die Hälfte der Stimmen einsammeln, für die SPD aber ging es schmerzlich bergab. Nur 8,7 Prozent wählten die Sozialdemokraten zum Beispiel in der Stadt Regensburg, die Grünen holten dreimal so viele Stimmen, rund 27 Prozent. Die CSU bekam hier 32 Prozent. In den Landkreisen Regensburg, Schwandorf, Cham und Neumarkt hat die AfD die SPD überholt, nur noch einstellige Werte für die Sozialdemokraten. Im Kreis Cham holte die SPD nur fünf Prozent, im Kreis Neumarkt sechs Prozent, sieben Prozent im Landkreis Regensburg. In der Stadt Weiden hat sich die SPD auf 13 Prozent fast halbiert, während die CSU stabil bei 40 Prozent geblieben ist.

Die Grünen sind mehrfach zweitstärkste Kraft. Auffällig im Landkreis Neustadt an der Waldnaab: Grüne und AfD liegen mit je 9,9 Prozent gleichauf. In Amberg verdoppelten sich die Grünen auf 16 Prozent. Über die ganze Oberpfalz hinweg waren die Freien Wähler für die Stimmberechtigten meist relevanter als FDP oder Linke.

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Autor
  • Marcel Kehrer
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