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Europawahl in Bayern: Trends und Ausreißer in den Regionen | BR24

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Grün gewinnt, SPD verliert, CSU hält ihr Ergebnis – so die Zusammenfassung der Europawahl in Bayern. Doch über das Gesamtergebnis hinaus lohnt sich ein Blick in die bayerischen Regionen: Dort fallen die Ergebnisse teils überraschend aus.

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Europawahl in Bayern: Trends und Ausreißer in den Regionen

Grün gewinnt, SPD verliert, CSU hält ihr Ergebnis – so die Zusammenfassung der Europawahl in Bayern. Doch über das Gesamtergebnis hinaus lohnt sich ein Blick in die bayerischen Regionen: Dort fallen die Ergebnisse teils überraschend aus.

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SPD halbiert sich in den Regionen

Der Gesamttrend: die SPD halbiert sich mit dieser Wahl in Bayerns Regionen. In Niederbayern zeigt sich das schlechte Abschneiden der SPD besonders deutlich. Im Landkreis Straubing-Bogen holt die Partei nur noch 4,4 Prozent. In Nürnberg verliert die SPD ganze 16,9 Prozent und damit weit mehr als die Hälfte ihrer Wähler.

Genauso drastisch verliert die SPD im Landkreis Cham. Dort holt die Partei nur noch 5,2 Prozent, im Vergleich zu 2014 ein Stimmenminus von 7,8 Prozentpunkten. Wera Müller vom SPD-Ortsverein Furth im Wald (Lkr. Cham) ist von diesem Ergebnis enttäuscht:

"Es ist deprimierend und man ist fassungslos und traurig, weil man das nicht verstehen kann. Ich meine die SPD, wenn ich jetzt für uns spreche, die streiten und fetzen und man sieht es ja bei den Grünen, die Grünen waren sich in letzter Zeit einig – siehe da: das Ergebnis stimmt." Wera Müller, SPD-Ortsverein Furth

Verhältnismäßig hohe Ergebnisse erzielt die SPD dagegen in Oberfranken. In den Kreisen Hof, Kronach und Wunsiedel liegt die Partei mit teils mehr als 15 Prozent deutlich über dem bayerischen Gesamtergebnis von 9,3 Prozent. In Oberfranken hingegen liegt sie bei 15 Prozent, das sind Einbußen von mehr als 10 Prozent.

Die drei grünen Städte

Wo Harmonie und Wahlinhalte der Grünen scheinbar überzeugen, zeigt sich vor allem an drei bayerischen Städten. In Würzburg (31,1 Prozent) und Erlangen (28,9 Prozent) landen die Grünen mit wenigen Prozentpunkten vor der CSU. In München kommt das Bündnis auf ein Rekordhoch von 31,2 Prozent.

Aus Mittelfranken kommt die neue EU-Abgeordnete der Grünen Pierette Herzberger-Fofona. Vom Erlanger Stadtrat geht es für die Lehrerin nun nach Straßburg ins EU-Parlament.

"Ich fang an zu realisieren: Du bist jetzt Abgeordnete im Europaparlament. Abgeordnete jetzt nicht mehr Kandidatin und das ist gleichzeitig eine riesige Verantwortung. Ich hätte nie gedacht, ich würde eines Tages dort sitzen. Das gehört zu den Träumen, die man träumt und mehr nicht." Pierette Herzberger-Fofona, neue EU-Abgeordnete aus Erlangen

Die AfD in Niederbayern

Vor allem in Niederbayern holt die AfD den Großteil ihrer bayerischen Stimmen. In fast allen Landkreisen ist die Partei hinter der CSU die zweitstärkste Kraft. Eine der Ausnahmen ist die Stadt Passau. Hier kommt die AfD auf 8,6 Prozent, deutlich hinter der CSU (41,5 Prozent) und den Grünen (20,2 Prozent). Das stärkste Ergebnis erzielt die AfD im niederbayerischen Kreis Regen mit 13,3 Prozent.

Schlechteste Wahlbeteiligung verdoppelt

Regen hebt sich außerdem durch eine andere Prozentzahl hervor. Die Wahlbeteiligung des niederbayerischen Landkreises ist demnach mit 47,6 Prozent die Niedrigste in ganz Deutschland. Damit haben die Regener ihre schlechte Wahlbeteiligung 2019 jedoch bereits verdoppelt. 2014 lag diese nur bei 26,4 Prozent.

Schlaglichter: Freie Wähle und DIE LINKE

Zweistellig wird es für die Freien Wähler nur im Oberallgäu mit 13 Prozent. Damit verschlechtert sich die Partei leicht im Vergleich zur letzten Wahl 2014. Aus dem Oberallgäu kommt auch die Spitzenkandidatin der Freien Wähler Ulrike Müller, die nun zum zweiten Mal ins EU-Parlament einziehen wird.

Die Partei DIE LINKE nähert sich nur in der Metropolregion Nürnberg, Fürth, Erlangen den fünf Prozent. Ihr bestes bayerisches Ergebnis erzielt sie in der Stadt Nürnberg mit 4,9 Prozent. Da die Fünf-Prozent-Hürde vom Verfassungsgericht aufgehoben wurde, können auch Abgeordnete kleinerer Parteien ins EU-Parlament einziehen. Weniger handlungsfähig wird das Parlament dadurch nicht, meint Politikwissenschaftler Michael Weigl von der Universität Passau.

"De facto sind das natürlich Einzelgänger bzw. ganz kleine Gruppen, die gegen große Gruppierungen, wie die Liberalen, Konservativen, Sozialdemokraten und natürlich dann auch die Grünen relativ wenig ausrichten können. Sie spielen in der Regel keine dramatische Rolle, aber können sicherlich Akzente im Kleinen setzen." Michael Weigl, Politikwissenschaftler
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B5 Bayern

Autor
  • Caroline Hofmann
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