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Europawahl 2019: Wie profitiert Bayern von der EU? | BR24

© BR / Kontrovers 2019

Brüssel und Straßburg - beides ist weit weg von Bayern. Was bringen die dort gefällten Entscheidungen den Menschen im Freistaat? Kontrovers hat sich auf Spurensuche gemacht, beim Schweinezüchter genauso wie beim Hochschulforscher.

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Europawahl 2019: Wie profitiert Bayern von der EU?

Die EU-Politik scheint oft sehr weit weg und abgehoben. Doch die Europäische Union beeinflusst unseren Alltag - auch in Bayern. Wie verändert die EU unser Arbeitsleben, unsere Gesellschaft und unsere Umwelt?

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Politiker in Brüssel und Straßburg erlassen Gesetze, die Europäische Zentralbank kontrolliert den Euro, doch was ist davon zu Hause vor der eigenen Haustür zu spüren? Die EU greift in viele Lebensbereiche ein, wie die folgenden drei Beispiele zeigen.

Jahrtausendhochwasser in Simbach

Simbach am Inn, 686 Kilometer entfernt von Brüssel. Im Jahr 2016 ereignete sich hier eine der schwersten Hochwasserkatastrophen Bayerns. Menschen starben - der Schaden ging in die Millionen. Die EU beteiligte sich mit 24,6 Millionen Euro am Wiederaufbau der Gemeinde. Besonders schwer waren auch die Schäden an der städtischen Realschule. Die Turnhalle wurde komplett zerstört. Für die Gemeinde wäre ihr Wiederaufbau alleine kaum zu stemmen gewesen. Doch die EU unterstützte den Bau mit 1,2 Millionen Euro.

Neue Sensoren gegen Parkinson

Die Uni Erlangen-Nürnberg liegt rund 493 km von Brüssel entfernt. Hier forscht Dr. Björn Eskofier, Leiter des Labors für maschinelles Lernen und Datenanalyse, zusammen mit europäischen Kollegen an einem neuen Produkt. Damit möchte er die Lebensqualität von Parkinson-Erkrankten stark verbessern. Kleine Sensoren, groß wie Lego Steine, werden in Schuhen von Patienten verbaut. Sie messen die Bewegungen genau und rund um die Uhr. Der Arzt kann dadurch den genauen Krankheitsverlauf eines Patienten analysieren und die ideale Medikation verordnen.

Doch neben der finanziellen Förderung des Projekts ist ein anderer Punkt sehr wichtig für die Forscher um Björn Eskofier. Er schätzt den Zugang und den Austausch mit anderen europäischen Universitäten: "Die Befruchtung auf diesem hohen internationalen Niveau mit Ideen und mit Forschungsansätzen, die ist tatsächlich sehr wichtig, um gegen andere Regionen der Welt gut bestehen zu können." Die enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg erleichtert die EU.

Das emissionsfreie "Schweinehotel"

Konventionelle Landwirtschaft und Tierwohl - passt das zusammen? Landwirt Josef Gelb baute in Steinach, 559 km von Brüssel entfernt, vor drei Jahren einen emissionsfreien Schweinestall, den er als "Schweinehotel" bezeichnet: "Das besondere an meinem Hotel ist, die Schweine haben einfach mehr Platz und freie Bewegung ", so Gelb. Die Tiere haben beheizte Schlafbereiche und laufen auf artgerechten Böden. Der Schweinekot wird durch eine Biogasanlage zum Heizen verwendet. Das "Schweinehotel" gibt es nur dank einer Förderung der EU. Die hat 50.000 Euro zum Bau beigesteuert.

Diese Projekte zeigen, wie sehr die Europäische Union auch in Bayern ihre Spuren hinterlässt.