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EU setzt Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten ein | BR24

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Nachdem in Landshut mehrmals fragwürdige Tiertransporte durch die Veterinärbehörden gestoppt wurden, hat jetzt auch die EU Maßnahmen ergriffen. Es soll ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden, der Missstände und Verstöße aufarbeitet.

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EU setzt Untersuchungsausschuss zu Tiertransporten ein

Nachdem in Landshut mehrmals fragwürdige Tiertransporte durch die Veterinärbehörden gestoppt wurden, hat jetzt auch die EU Maßnahmen ergriffen. Es soll ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden, der Missstände und Verstöße aufarbeitet.

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Die Landshuter Grünen-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz ist erleichtert, dass die Abgeordneten des Europäischen Parlaments für die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zu Tiertransporten gestimmt haben: "Bei Tiertransporten quer durch die EU und darüber hinaus, muss mehr für den Tierschutz getan werden", erklärte Rosi Steinberger in einer ersten Reaktion.

Untersuchungsausschuss soll Missstände und Verstöße aufarbeiten

Das Ziel des Untersuchungsausschusses ist es, die Missstände und Verstöße gegen EU-Recht bei Tiertransporten aufzuarbeiten. "Nachdem vor Monaten eine Veterinärin des Landratsamts Landshut den Transport einer trächtigen Kuh nach Usbekistan verweigert hatte, war auch bei uns Bewegung in das Thema Tiertransporte gekommen. Hierbei ging es zwar um Transporte außerhalb der EU, aber auch innerhalb der EU herrscht Aufklärungsbedarf", sagt Steinberger. "Wir müssen die gesamten Transportwege im Auge haben."

Eineinhalb Milliarden Tiere werden durch die EU transportiert

Jährlich werden laut Steinberger rund eineinhalb Milliarden Schweine, Kühe und andere Tiere auf engstem Raum und unter Verstoß gegen EU-Recht tagelang durch die Europäische Union und in Drittländer transportiert, häufig ohne ausreichende Versorgung mit Wasser und bei unerträglichen Temperaturen.

Landshuts Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) stoppte zusammen mit der Veterinärbehörde in den vergangenen Monaten immer wieder fragwürdige Tiertransporte unter anderem nach Usbekistan und sorgte damit für bundesweite Schlagzeilen. Jetzt wird das Problem offenbar auf EU Ebene angepackt.

Tierquälerei und Verstöße müssen penibel aufgeklärt werden

Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion, sagt: "Tierquälerei, eklatante Verstöße gegen den Tierschutz und die Verantwortung der EU-Mitgliedstaaten müssen penibel aufgeklärt werden. Auch auf Druck der Zivilgesellschaft hin können die EU-Regierungen den Skandal der Horrorzustände bei Tiertransporten quer durch die Europäische Union und in Drittländer nicht länger aussitzen." Deshalb fordern die Grünen, hart daran zu arbeiten, dass Missstände, Verstöße und Verantwortlichkeiten aufgeklärt werden, damit das Tierleid ein Ende hat.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger äußert die Erwartung: "Die Tiertransportverordnung muss grundlegend überarbeitet werden. Wir brauchen kürzere Transportzeiten, strengere Kotrollen und härtere Strafen bei Verstößen."

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