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Esel Momo: Ein glückliches Leben nach hartem Kampf | BR24

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Esel Momo hat es geschafft. Er lebt jetzt auf einer Weide in der Nähe von Amberg.

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Esel Momo: Ein glückliches Leben nach hartem Kampf

Esel Momo wurde am 17. November 2019 in einem Stall im mittelfränkischen Ottensoos geboren. Seine Mutter aber biss ihn sofort weg. Drei junge Frauen haben das Eselbaby aufgezogen. Lange war nicht klar, ob es der kleine Kämpfer schafft.

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Esel Momo ist mit seinen sechs Monaten voll in der Räuber-Phase, also: pubertär. Am liebsten spielt er mit seinen Ziehmüttern Fangerlenz auf der Weide. Da dreht er richtig auf. Wenn Christina Deuerlein und Franziska Ruppert vor ihm herumhüpfen und gestikulieren, fühlt sich Momo zum Spielen animiert. Dann galoppiert er wild los, buckelt und schlägt Haken. Manchmal ist nicht ganz klar, wer eigentlich wen fängt, aber es ist ein Riesen-Spaß für alle.

Momo, der Kämpfer

Das war nicht immer so. Seine Ziehmütter haben über Monate um das Leben von Momo gebangt. Seine Mutter hatte ihn gleich nach der Geburt weggebissen und damit begannen viele Probleme: Der kleine Esel hatte ein schwaches Immunsystem, war unterentwickelt und vertrug die Aufzuchtmilch nicht gut. Momo litt an Verdauungsproblemen, und später hatte er lang mit Atemwegsinfekten zu kämpfen. Mehrfach war er in der Tierklinik, der Arzt kam regelmäßig. Die Ziehmütter hatten große Mühe, die unvorhergesehenen Kosten zu stemmen, sie baten schließlich um Spenden. Christina ist das wichtig: "Großes Danke an alle, die uns finanziell unterstützt haben!" Heute zeigt sich: Der Kampf hat sich gelohnt!

Momo, der Sturkopf

Mit seinen sechs Monaten hat Momo mittlerweile bereits einen eigenen Kopf entwickelt. Hat der Esel keine Lust auf Spielchen, hat er eben keine Lust. Dann bleibt er stoisch stehen und schaut nur auf das Unterhaltungsprogramm, das ihm zu Ehren auf seiner neuen Weide in der Nähe von Amberg durchgezogen wird. "Ja, er ist schon ein sturer Esel", lacht Christina. "Aber das muss so sein."

Eine missglückte Kurzhaar-Frisur

Eitel dagegen ist Momo nicht. Als es Anfang Mai kurz sehr warm war, geriet Momo in der Mittagshitze auf der Koppel ins Schwitzen. Seine Ziehmütter griffen kurzerhand zum Schergerät und kürzten ihm das Fell. Nun sieht er ein bisschen so aus, als hätte er großflächig die Motten bekommen. "Wir sind eben keine Frisöre", lacht Franziska. Zum Glück hat Momo keinen Spiegel, er ignoriert die großflächigen Rallyestreifen in seinem Fell und bleibt von dem fragwürdigen Styling unbeeindruckt.

Ausflüge mit den Lieben

Regelmäßig gehen die Ziehmütter mit Momo im Wald spazieren. Ponydame Lilly muss immer mit. Sie hat das Eselfohlen von der ersten Sekunde an adoptiert und weicht ihm nicht von der Seite. Momo scheint Lilly zu mögen, aber übt sich ansonsten in Gelassenheit. Seine leibliche Esel-Mutter steht ebenfalls auf seiner Weide. Die beiden tolerieren sich, haben aber keine weitere Verbindung. Für Momo scheint das wenig problematisch: In seiner Adoptiv-Pony-Mama und seinen Zieh-Müttern hat er eine zuverlässige Familie gefunden. Ein großes Glück für den kleinen Esel!

© BR / Birgitt Roßhirt

Esel Momo auf seiner Weide in der Nähe von Amberg.