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Erzieherinnen mit Kopftuch und konfessionslose Altenpfleger? | BR24

© picture-alliance/dpa

Arbeitgeber Diakonie

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    Erzieherinnen mit Kopftuch und konfessionslose Altenpfleger?

    Die evangelische Kirche in Bayern hat zu wenig Personal, vor allem in den sozialen Berufen. Bisher muss, wer in der evangelischen Kirche arbeiten will, auch evangelisch sein, zumindest christlich. Das soll sich ab Juli ändern. Von Julia Kammler

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    In Bayern beschäftigen die evangelische Landeskirche und die Diakonie rund 120.000 Mitarbeiter. Gut 10.000 Stellen sind allein in der Diakonie jährlich neu oder wieder zu besetzen. Dafür geeignetes und zudem evangelisches oder christliches Personal zu finden, ist nicht mehr möglich.

    Änderungen im Arbeitsrecht

    Jetzt denkt die evangelische Kirche auch offiziell um.

    "Im Einzelfall wurden auch bisher schon Mitarbeiter eingestellt, die nicht evangelisch waren, nicht christlich waren. Jetzt hat die arbeitsrechtliche Kommission klare Regeln verabschiedet. Wer in der evangelischen Kirche als Pfarrer, Kirchenmusiker oder Jugendreferent oder arbeiten will, muss nach wie vor evangelisch sein, ist ja klar, weil er den evangelischen Glauben verkündigt." Pressesprecher Johannes Minkus

    Nicht evangelisch sein müssen ab Juli Mitarbeiter in evangelischen Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Seniorenheimen oder der Verwaltung.

    Kritik von Verdi Bayern

    Erzieherinnen mit Kopftuch oder konfessionslose Altenpfleger – alles denkbar, außer: Es gibt einen christlichen, gleich gut qualifizierten Bewerber. Der hat Vorrang.

    "Das Arbeitsrecht müsste wenn dann für alle geöffnet werden, ohne irgendwelche Bedingungen, denn die Eignung wird im Vorstellungsgespräch abgefragt, da kann ich einschätzen, passt jemand zur Einrichtung." Kathrin Weidenfelder, Verdi Bayern

    Wenn für manche Berufe die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche keine Voraussetzung mehr ist und ein evangelischer Bewerber wird dennoch bevorzugt, könnte das außerdem zu Klagen wegen Diskriminierung nach dem Gleichbehandlungsgesetz führen.