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Erweiterte Freischankflächen: Brotzeit auf dem Parkplatz? | BR24

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Stühle hoch hieß es wochenlang für die Gastronomie in Bayern - jetzt dürfen erste Lokale draußen wieder öffnen.

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    Erweiterte Freischankflächen: Brotzeit auf dem Parkplatz?

    Ab Montag dürfen in Bayern Lokale mit Außengastronomie und die Biergärten wieder öffnen - unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. Heißt: Nicht alle Plätze werden belegt. Bei den Freischankflächen erlauben einige Städte nun kreative Lösungen.

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    Der Regensburger Gastronom Anton Sperger hat sich gründlich mit den geltenden Vorschriften auseinandergesetzt und die Bestuhlung in seinem Biergarten drastisch reduziert. Denn anderthalb Meter Mindestabstand müssen sein.

    "Wir haben aktuell 84 Tische stehen, im Normalfall haben wir das Doppelte oder sogar mehr. Die Abstände zwischen den Tischen, das schaut jetzt etwas traurig aus, wenn man ihn anders kennt." Anton Sperger, Wirt Spitalgarten in Regensburg

    Essen und Trinken auf dem Parkplatz

    Immerhin: Auch ein halbvoller Biergarten lohnt sich für Sperger. Ganz anders sieht es für viele kleinere Lokale und Cafés in den Innenstädten aus, die nur sehr begrenzte Außenflächen zur Verfügung haben.

    Für die Gastronomen planen einige Städte nun Erleichterungen, in dem sie eine vorübergehende Ausweitung der Freischankflächen genehmigen. Das heißt, das beispielsweise angrenzende Parkplätze bestuhlt und als zusätzliche Außenfläche der Gaststätte genutzt werden dürfen.

    Freischankflächen mit vielen Auflagen

    In München können ab sofort entsprechende Anträge gestellt werden. Dabei gibt es einiges zu beachten, sagt Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats:

    "Ein Parkplatz zum Beispiel kann nur dann als Freischankfläche genutzt und genehmigt werden, wenn ein paar Bedingungen erfüllt sind: nur an Straßen, in denen Tempo 30 gilt, wenn kein Radweg zwischen Parkfläche und Gehsteig durchgeht, mit genug Abstand zu Einmündungen, Kreuzungen und Zebrastreifen und natürlich nicht direkt in der Feuerwehrzufahrt. Und zur Straße hin muss die Fläche abgesichert sein zum Beispiel mit Pflanztrögen." Johannes Mayer, Sprecher KVR München

    Der Antrag sollte daher zusammen mit einem maßstabsgetreuen Plan und Fotos eingereicht werden. Noch sind keine Anträge eingegangen. Es lasse sich also schwer beziffern, wie viele Gastronomen tatsächlich ihre Freischankflächen erweitern werden, sagt Mayer. Die Bearbeitung der Anträge soll so zügig wie möglich erfolgen.

    Mehr Fläche, weniger Kosten

    Um den Wirten zusätzlich entgegenzukommen, will die Landeshauptstadt auch die Gebühren für die Freischankflächen reduzieren.

    Die Stadt Neu-Ulm geht noch einen Schritt weiter und will in diesem Jahr sogar ganz auf die Gebühren verzichten. Das gab das Rathaus diese Woche bekannt. Auch hier dürfen lokale Gastronomen während der Corona-Pandemie ihre Außengastronomie erweitern – nach entsprechender Prüfung durch das Ordnungsamt. Und in Absprache mit der Stadt Ulm.

    Industrie- und Handelskammer, Tourismusverband und Gaststättenverband in Schwaben fordern, alle schwäbischen Kommunen sollten die Wirte unterstützen und die Ausweitung von Freischankflächen erleichtern.

    Konzepte in vielen Kommunen

    In Oberfranken hat die Stadt Bamberg bereits erklärt, genau das tun zu wollen, ebenfalls kostenfrei. Unter der Bedingung, dass bereits eine genehmigte Freischankfläche existiert und die Rettungswege sowie Geh- und Radwege freigehalten werden. Ähnliche Pläne gibt es in Fürth und Kulmbach.

    Und in Volkach arbeiten Stadtverwaltung und lokale Gastronomie derzeit gemeinsam an einem Konzept für die Außenbewirtschaftung in der Altstadt.

    Vorkehrungen für den Vatertag

    Eine erste Bewährungsprobe für die wiedereröffnete Gastronomie dürfte in der kommenden Woche der Feiertag Christi Himmelfahrt werden - Vatertag. Dem Regensburger Wirt Sperger ist nicht ganz wohl dabei, denn unter normalen Umständen wäre sein Biergarten schon am frühen Vormittag brechend voll:

    "Vorm Vatertag, muss ich ganz ehrlich sagen, hab ich richtig Schiss, dass das gut geht. Wir schauen uns das Montag und Dienstag an, wie es läuft, wie wir es handhaben können. Wahrscheinlich werden wir einen Sicherheitsdienst brauchen - zusperren will ich eigentlich nicht." Anton Sperger, Wirt Spitalgarten in Regensburg

    Peter Hubert, Wirt des besonders bei Münchner Ausflüglern beliebten Bräustüberls in Tegernsee, hat extra Vorkehrungen für den Feiertag getroffen: Gruppen-Anfragen werden schon bei der Reservierung per Telefon abgelehnt. Und um etwaigen Schunkel-Bedürfnissen entgegenzuwirken, wird es heuer seit langem keine Live-Musik zum Vatertag geben.

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