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Ein Bild von September 2020: Taucher suchten damals im Flutkanal nach dem Vermissten.

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    Ertrunkener 22-Jähriger in Weiden: Prozess beginnt im Juni

    Ab 15. Juni müssen sich zwei Männer und eine Frau vor dem Weidener Landgericht verantworten. Sie sollen zugesehen haben, wie ein Freund nach einer Zechtour im Flutkanal in Weiden ertrank. Der Vorwurf: Totschlag durch Unterlassen.

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    Von
    • Margit Ringer
    • BR24 Redaktion

    Sie sollen ihren Freund erst mit Alkohol abgefüllt und dann zugesehen haben, wie er in einem Kanal ertrank: Ab 15. Juni stehen deshalb zwei junge Männer und eine junge Frau vor dem Landgericht Weiden.

    22-Jährigen zum Trinken animiert

    Wie der Sprecher des Landgerichts jetzt mitteilte, wirft die Staatsanwaltschaft Weiden den drei jungen Menschen Totschlag durch Unterlassen vor. Die drei Männer aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach im Alter von 22, 24 und 25 Jahren hatten im September vergangenen Jahres die Frau in Weiden besucht. In einer Bar sollen sie Alkohol konsumiert haben, wobei die Angeklagten den 22-Jährigen immer wieder zum Trinken animiert haben sollen, sodass er später gestützt und geführt werden musste. Allerdings soll es dann eine kleine Rangelei gegeben haben, nach der der 22-Jährige betrunken am Flutkanal entlangtorkelte und eine Uferböschung hinunterstürzte. Die junge Frau soll den am Boden liegenden Mann mit dem Handy gefilmt haben. Dabei soll der Betrunkene immer wieder geäußert haben, dass es ihm schlecht gehe.

    Notruf erst am nächsten Tag

    Der Staatsanwaltschaft liegt ein zweites Video der jungen Frau vor, auf dem zu sehen ist, wie der junge Mann versucht, sich aufzurichten und dabei rücklings in den Flutkanal stürzt. Die drei Angeklagten sollen den Ort kurze Zeit später verlassen haben und heimgefahren sein. Erst am Tag darauf wählten sie nachmittags den Notruf. Die Leiche des 22-Jährigen wurde wenige Tage später aus dem Flutkanal geborgen.

    Mehrjährige Haftstrafen drohen

    Das Gericht gibt zur Eröffnung des Verfahrens den Hinweis, dass auch eine Verurteilung wegen Aussetzung mit Todesfolge in Frage käme. In beiden Fällen könnten die drei Angeklagten mehrjährige Haftstrafen erwarten.

    Alle drei sitzen seit Oktober in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, den Tod des Kumpels "bedingt in Kauf genommen" zu haben. Für den Prozess ab 15. Juni sind mehrere Verhandlungstage angesetzt.

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