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Ersthelfer können Leben retten - Aktion in Nürnberg | BR24

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Herzbeschwerden

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Ersthelfer können Leben retten - Aktion in Nürnberg

Pro Jahr erleiden rund 50.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Die Überlebenschancen steigen, je schneller und besser Laien die Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchführen.

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Nur zehn Prozent der Betroffenen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes überleben einen solchen Notfall. 10.000 Menschenleben könnten jedes Jahr zusätzlich gerettet werden, wenn sich mehr Menschen eine sofortige Herzdruckmassage zutrauen würden. Wie es geht, wird in dieser Woche in der Nürnberger Innenstadt gezeigt.

Zuhause passiert es am häufigsten

62 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände treten zu Hause auf; in knapp der Hälfte der Fälle sind Familienangehörige in der Nähe, die sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten könnten. Eine unverzüglich begonnene Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen der Betroffenen.

Wie leicht jeder Mensch in einer solchen Situation ein Leben retten kann, vermitteln heute Reanimationsexperten aus dem Klinikum Nürnberg, der DRF Luftrettung und der Integrierten Leitstelle der Berufsfeuerwehr Nürnberg. Die Aktion für alle interessierte Bürgerinnen und Bürger am heutigen Aktionstag zur Woche der Wiederbelebung findet in der Karolinenstraße in der Nürnberger Innenstadt statt.

Auffrischen der Erste-Hilfe-Maßnahmen

Mithilfe von lebensnahen Puppen können Besucher Reanimationsmaßnahmen unter fachkundiger Anleitung trainieren und die Unterschiede bei der Wiederbelebung von Erwachsenen und Kindern kennenlernen. Darüber hinaus wird die sogenannte Telefonreanimation vorgestellt. Hierbei wird der Anrufer von einem speziell geschulten Leitstellenmitarbeiter telefonisch zur Reanimation angeleitet und unterstützt.

Die bundesweite Woche der Wiederbelebung unter dem Motto "Ein Leben retten. 100 pro Reanimation" findet vom 16. bis 22. September 2019 statt. Sie ist eine Initiative des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. in Kooperation mit dem German Resuscitation Council sowie der Stiftung Deutsche Anästhesiologie.

Ziel der Initiative ist es, Bürgerinnen und Bürger mit lebensrettenden Handgriffen vertraut zu machen.

Erste Hilfe ist Pflicht

In Deutschland ist jeder gesetzlich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, sofern ihm unter anderem die Hilfeleistung den Umständen nach zuzumuten ist, er durch die Hilfeleistung nicht andere wichtige Pflichten verletzt und sich der Helfer durch die Hilfeleistung nicht selbst in Gefahr bringen muss. Wer nicht hilft, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung, die mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann, schuldig. Der Gesetzgeber schützt den Ersthelfer: Auch wenn durch Sofortmaßnahmen wie eine Herz-Druck-Massage gesundheitliche Beeinträchtigung entstehen, drohen Ersthelfern keine rechtlichen Konsequenzen.

Rotes Kreuz fordert mehr ausgebildete Lehrer

Die Präsidentin des Deutsche Roten Kreuzes Gerda Hasselfeldt fordert, dass überall in der Bundesrepublik Lehrer ausgebildet sein müssen in Erster Hilfe, denn 2018 gab es über 1,1 Millionen meldepflichtige Schulunfälle - fast ein Drittel mehr als meldepflichtige Arbeitsunfälle. In Betrieben müssen zehn Prozent aller Angestellten eine Schulung als Ersthelfer haben, dies solle auch für Lehrer und Lehrerinnen gelten, so Hasselfeldt.

© BR

Bei einem Herzstillstand steigen die Überlebenschancen je schneller und besser Laien die Reanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchführen. Wie es geht wird in dieser Woche in der Nürnberger Innenstadt gezeigt.