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Donaudurchbruch bei Kelheim ist erstes Nationales Naturmonument  | BR24

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Der Freistaat Bayern hat einen neuen Titel für Gebiete, die unter besonderen Naturschutz gestellt werden: Nationales Naturmonument. Das erste seiner Art gibt es nun in Kelheim: der Donaudurchbruch.

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Donaudurchbruch bei Kelheim ist erstes Nationales Naturmonument 

Der Donaudurchbruch bei Kelheim ist das erste Nationale Naturmonument (NNM) in Bayern. Damit wird das Tal unter besonderen Schutz gestellt. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das offiziell bekannt gegen.

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Der Freistaat Bayern hat einen neuen Titel für Gebiete, die unter besonderen Naturschutz gestellt werden: Nationales Naturmonument (NNM). Das erste seiner Art gibt es nun in Kelheim: der Donaudurchbruch - die Weltenburger Enge.

Naturmonument wie Naturschutzgebiet

Damit wird das Tal unter besonderen Schutz gestellt, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gemeinsam mit Umweltminister Thorsten Glauber (FW) und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) am Donnerstag offiziell bekannt gaben. Nationale Naturmonumente werden wie Naturschutzgebiete behandelt.

Allerdings ist es eine Art Aufwertung: Naturmonumente gibt es bundesweit nur eine Handvoll. Das sei auch eine Chance, die Menschen für den Umweltschutz zu sensibilisieren, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

"Wir erleben ja, dass Tourismus der Zukunft jetzt nicht so sehr, der "Halli Galli Tourismus" ist, sondern auch ein naturnaher, ein öko-sensibler Tourismus. Ich glaube, da liegt doch ein Teil der Zukunft in Bayern, nämlich Natur und Kultur zu vereinen." Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident
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Die Verantwortlichen um Umweltminister Glauber, Ministerpräsident Söder und Landwirtschaftsministerin Kaniber am Donnerstag am Donaudurchbruch

LBV: "Gebiet ist zu klein"

Mit dem neuen Label ändert sich aber nur wenig bei den Naturschutzvorschriften. So wurde für die Schifffahrt auf der Donau eine Ausnahmeregelung festgeschrieben. Vielmehr noch: Sie soll helfen die Touristenströme zu lenken. Der Fokus müsse daher noch mehr auf dem Naturschutz liegen, sagt Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV).

"Feststellen müssen wir, dass zum Beispiel die Kiesbänke doch von dem Tourismus betroffen sind. Kiesbänke sind ein fantastischer Lebensraum ein wichtiger Lebensraum für die Fischwelt, für die Vogelwelt." Christian Stierstorfer vom LBV

Für Naturschützer hätte es mehr geschützte Fläche sein können. Der Landesbund für Vogelschutz begrüßte zwar die Schaffung des ersten NNM in Bayern. "Wir halten das Gebiet jedoch für zu klein", teilte LBV-Vorsitzender Norbert Schäffer mit. "Erst wenn auch das Umfeld für die Natur massiv aufgewertet wird, ist das Nationale Naturmonument ein Gewinn."

Glauber: "Hotspot der Artenvielfalt"

Glauber bezeichnete die Weltenburger Enge als herausragenden Ort und als Hotspot der Artenvielfalt. "Mit ihren sagenumwobenen Felsstrukturen prägt sie die Region in einzigartiger Weise." König Ludwig habe diese Besonderheit bereits 1840 erkannt und die Gegend zum Naturschutzgebiet gemacht, so der Minister.

Titel zum ersten Mal vergeben

Die Kategorie NNM ist im Bundesnaturschutzgesetz verankert und nun erstmals in Bayern vergeben worden. Nationale Naturmonumente sind dem Ministerium nach Gebiete, die aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen sowie wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind.