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Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit hat in Regensburg das erste Inklusionshotel in der Region eröffnet. Das 84-Zimmerhaus ist komplett barrierefrei und die Hälfte des später rund 30-köpfigen Mitarbeiterstammes werden Menschen mit Behinderung sein.

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Erstes Inklusionshotel in Regensburg hat eröffnet

Die Welterbestadt Regensburg gehört zu Bayerns Tourismus-Hotspots. Aber ein zu 100 Prozent barrierefreies Hotel hat es hier bisher nicht gegeben. Jetzt haben die Johanniter ein Inklusionshotel eröffnet. Ein Pionierprojekt - in mehrerlei Hinsicht.

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Von
  • Uli Scherr

Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit hat in Regensburg das erste Inklusionshotel in der Region eröffnet. Das 84-Zimmer-Haus ist komplett barrierefrei und die Hälfte des später rund 30-köpfigen Mitarbeiterstammes werden Menschen mit Behinderung sein. Träger und Betreiber des „Includio“-Hotels im Stadtteil Burgweinting ist die Johanniter Unfallhilfe.

Marktlücke Barrierefreiheit

Mit fast 1,2 Millionen Übernachtungen pro Jahr (vor Corona) gehört die Stadt Regensburg zu den Top Ten der bayerischen Reiseziele. Aber ein komplett barrierefreies Hotel hat es hier bisher nicht gegeben. Den Verantwortlichen bei der Johanniter-Unfallhilfe fiel diese Marktlücke auf, als man eine Seniorenreise organisierte und für die Rollstuhlfahrer keine passende Unterkunft fand.

Vor drei Jahren schließlich begannen die Planungen. Schnell sei klar gewesen, dass man das Haus nicht nur barrierefrei gestalten, sondern auch als Inklusionsbetrieb führen wolle, in dem Menschen mit Behinderung Arbeit finden, sagt Andreas Denk vom Regionalverband Ostbayern.

Ohne Spenden geht es nicht

Die barrierefreie Ausstattung und der inklusive Betrieb verursachen jedoch Mehrkosten. Die Johanniter rechnen damit, dass ihr Hotel auf Dauer auf Spenden angewiesen sein wird, sagt Denk.

„Wir können den Mehrwert, den wir bieten, nicht über den Hotelpreis generieren. Zum einen wollen wir nicht, dass behinderte Menschen mehr bezahlen, dafür, dass sie behindert sind. Zum anderen können wir von Nichtbehinderten nicht verlangen, dass sie für das Gleiche in Regensburg unterschiedliche Preise zahlen.“ Adreas Denk, Johaniter Unfallhjilfe

Das Includio hat den Anspruch, ein ganz normales Hotel zu sein, sagt Hoteldirektorin Helga Butendeich. Auch wenn die Gäste vielleicht einmal eine Minute länger auf ihren Kaffee warten müssen:

"Die Mitarbeiter machen das, was sie tun mit Herzblut. Und das soll beim Gast ankommen. Und ob es dann eine Minute länger dauert, spielt hoffentlich keine Rolle." Helga Butendeich, Hoteldirektorin

Zum Mitarbeiterteam gehört auch Tanja Schäfer. Die 51-Jährige arbeitet hier als Service-Kraft. In einem früheren Leben, da war sie selbst Hoteldirektorin. Tanja Schäfer leitete eines der größten Häuser im Zentrum von Regensburg. Bis sie eine Gehirnblutung erlitt. Nach jahrelanger Berufsunfähigkeit hat sie sich jetzt zurück gekämpft.

Chefin und Angestellter tauschen die Rolle

Den Mann, der sie dabei anleitet, kennt Tanja Schäfer schon seit vielen Jahren. Denn als sie noch Hoteldirektorin war, hat Robert Birnbaumer für sie als Restaurantleiter gearbeitet. Jetzt sind die Rollen vertauscht: Er kümmert sich als Ausbilder um das Team im Includio-Hotel und leitet auch seine frühere Chefin an.

Jetzt läuft der Betrieb im Hotel Includio langsam an. Auf eine große Eröffnungsparty wird wegen Corona verzichtet.

© Andreas Denk/Johanniter
Bildrechte: Andreas Denk/Johanniter

Das Includio-Hotel in Regensburg-Burgweinting

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