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Vor rund zehn Jahren stand das Freibad in Schnaittach (Lkr. Nürnberger Land) eigentlich vor dem Aus. Doch mit viel ehrenamtlichen Engagement wurde das Bad saniert und wird nun als deutschlandweit erstes Freibad mit dem Kneipp-Siegel ausgezeichnet.

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Erstes Freibad mit Kneipp-Zertifikat in Schnaittach

Die Gesundheit fördern nach den Methoden Sebastians Kneipp – das machen zahlreiche Kurhäuser und Sanatorien. In Schnaittach (Lkr. Nürnberger Land) bekommt nun das Freibad das Kneipp-Zertifikat. Als erstes in ganz Deutschland.

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Von
  • Frank Strerath

Barfußpfad, Wechselbäder, gesund bleiben nach den Lehren des Pfarrers Kneipp – in Schnaittach bekommt das Freibad die Kneipp-Plakette in Silber – als erstes Freibad in Deutschland. Erst seit Kurzem hat sich der der Kneipp-Bund entschlossen, auch Bäder und Saunaanlagen zu zertifizieren.

Aufwertung statt Schließung

Das Freibad in Schnaittach hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Vor gut zehn Jahren stand es sogar vor der Schließung. Doch dann gründete sich ein Förderverein und mit viel Engagement, Spenden und ehrenamtlicher Arbeit wurde das Bad wieder fit gemacht. Eine Stiftung und ein Trägerverein kümmern sich nun zusammen mit einem Badbetreiber um die Anlage.

Prämierung zu Kneipp-Bad

Als besonderes "Sahnehäubchen" haben sich die Verantwortlichen beim Kneipp-Bund um eine Zertifizierung bemüht. Und am Dienstag (08.06.21) kommt nun eine Delegation nach Schnaittach, um das Bad offiziell mit dem Kneipp-Siegel auszuzeichnen. Jürgen Glassauer, der Vorsitzende des Fördervereins ist sichtlich stolz auf diese Auszeichnung: "Mit unserer Prämierung sind wir das erste Freibad bundesweit, das ist schon ein tolles Alleinstellungsmerkmal."

Viele kleine Elemente – Checkliste des Kneipp-Bundes

Doch vor der Ehre stand die Arbeit. Ein Barfuß-Fühlpfad wurde angelegt, mit diversen Untergründen, die mit den Zehen zu erspüren sind. Da laufen die Schnaittacher nun über Rindenmulch, Holz, Glasperlen und Steine. Wer hier genau hinguckt, entdeckt sogar zwei Euromünzen im Zement. Eine Kräuterschnecke haben sie auch angepflanzt.

Die Bademeisterin leitet regelmäßig Wassergymnastik im Nichtschwimmerbecken an und eine Qigong-Lehrerin hält spontane Trainingseinheiten unter den schattigen Bäumen im Schwimmbad ab.

Sauna als spezielles Element

Natürlich gibt es im Schnaittacher Bad auch klassische Freibad-Elemente wie den 5-Meter-Sprungturm oder eine breite Erlebnisrutsche für Kinder. Aber der zusätzliche Kneipp-Gedanke kommt gut an bei den Gästen. Vielleicht auch, weil Badbetreiber Dominik Vasen die Kneipp-Lehre modern interpretiert. Denn er hat kurzerhand eine Bauwagensauna im Schwimmbad aufgestellt, die ebenfalls gut angenommen wird. "Sauna ist zwar kein klassisches Kneipp-Element, aber ergänzt sich gut mit den kalten Güssen des Badepfarrers", meint Vasen. Sauna steht zwar nicht im klassischen Kneipp'schen Handbuch. Doch gut für Körper, Geist und Seele ist das allemal.

Ehrenamtliches Engagement

Leben im Bad – dafür haben die Schnaittacher einiges getan – ein Glücksfall, so Bürgermeister Frank Pitterlein. Denn vor gut zehn Jahren war nicht klar, wohin die Reise geht. Die finanziellen Mittel der Gemeinde waren begrenzt, eine Schließung stand durchaus im Raum. Mit viel Engagement und vielen ehrenamtlichen Helfern haben sie hier ihrem Bad neues Leben eingehaucht. Und nun auch den Geist des Gesundheitspfarrers Sebastian Kneipp, der in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden wäre.

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Das Schwimmbad in Schnaittach (Lkr. Nürnberger Land) bekommt als erstes Freibad das Kneipp-Zertifikat.

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