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Erster Fall: Kirchenvorsteher aus Bayern soll abgeschoben werden | BR24

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Erstmals soll ein Kirchenvorsteher aus Bayern nach Afghanistan abgeschoben werden. Die Kirchengemeinde in Hof fürchtet um das Leben des jungen Mannes. In Afghanistan droht ihm möglicherweise die Todesstrafe.

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Erster Fall: Kirchenvorsteher aus Bayern soll abgeschoben werden

Erstmals soll ein Kirchenvorsteher aus Bayern nach Afghanistan abgeschoben werden. Der 28-jährige Naser R. sei ein engagierter Christ in der Hofer Gemeinde, teilte das Dekanat mit. In Afghanistan drohe dem Konvertiten die Todesstrafe.

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Die evangelische Kirche schlägt Alarm: Erstmals soll ein Kirchenvorsteher aus Bayern nach Afghanistan abgeschoben werden. Das Dekanat Hof und die Flüchtlings-Hilfsorganisation "Matteo" fürchten um das Leben von Naser R., der sich ehrenamtlich in der evangelischen Kirche engagiert und seit fünf Jahren in Deutschland lebt. In Afghanistan drohe Moslems, die zu einer anderen Religion übertreten, die Todesstrafe, hieß es.

Hofer Gemeinde schreibt Brief an Söder

"Dieser Fall hat eine neue Dimension, deshalb gehen wir in die Öffentlichkeit", sagte der Hofer Dekan Günter Saalfrank vor Journalisten. Die Hofer Michaelis-Gemeinde hat sich bereits in einem offenen Brief an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gewandt und ein Bleiberecht für den jungen Mann gefordert.

Flüchtling wird Christ und Kirchenvorstand

Der 28-Jährige spreche gut Deutsch und sei gut integriert. Der junge Mann sei ein engagierter Christ. 2016 wurde er in der Hofer Michaeliskirche getauft und engagiere sich vor Ort und auf Landesebene beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM). Um mehr Verantwortung in der evangelischen Gemeinde zu übernehmen, kandidierte er 2018 für den Kirchenvorstand und wurde in dieses Ehrenamt gewählt.

BaMF hat Asylantrag abgelehnt

Man spüre bei ihm seine innere Glaubensüberzeugung, so Dekan Saalfrank über den 28-Jährigen. Er entspreche damit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts für konvertierte Flüchtlinge. Doch weder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF), noch das Verwaltungsgericht Bayreuth hätten dies berücksichtigt, sondern seinen Antrag abgelehnt. Zuletzt gab es im Juni eine Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth.

Ausländerbehörde fordert Geflüchteten zur Ausreise auf

In der vergangenen Woche hatte die Ausländerbehörde ihn zur freiwilligen Ausreise aufgefordert, andernfalls werde er abgeschoben. Der Zeitpunkt der Abschiebung sei bewusst gewählt, kritisiert Stephan Reichel von der kirchlichen Flüchtlings-Organisation "Matteo": Denn nach fünf Jahren würden die Chancen steigen, dass sich in Bayern eine Härtefall-Kommission mit dem jeweiligen Einzelfall beschäftigt. Einen kleinen Aufschub gibt es für den 28-Jährigen. Derzeit lässt die afghanische Regierung aufgrund der Corona-Pandemie keine Flugzeuge landen.

© picture alliance/Geisler-Fotopress

Erstmals soll ein Kirchenvorsteher aus Bayern nach Afghanistan abgeschoben werden. Der 28-jährige Naser R. sei ein engagierter Christ in der Hofer Gemeinde, teilte das Dekanat mit. In Afghanistan drohe ihm die Todesstrafe.

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