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Erster elektrischer Bürgerbus Bayerns fährt im Landkreis Ansbach | BR24

© BR/Laura Grun

Fahrer Hans Webersberger und Erna Meyer nach ihrer Fahrt mit dem neuen NorA-Bürgerbus.

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    Erster elektrischer Bürgerbus Bayerns fährt im Landkreis Ansbach

    Wer auf dem Land lebt, hat es ohne Auto oft schwer, zum Einkaufen oder zum nächsten Arzt zu kommen. Im nördlichen Landkreis Ansbach haben sich fünf Kommunen zusammengeschlossen und einen Rufbus ins Leben gerufen. Das Besondere: er fährt elektrisch.

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    Hans Webersberger holt seine erste Mitfahrerin an diesem Tag ab. Fast geräuschlos rollt er mit dem elektrischen Rufbus durch die. Einmal in der Woche sitzt Hans Webersberger hinterm Steuer – ehrenamtlich. Heute nimmt er Erna Meyer aus Flachslanden mit. Sie will ihren Wocheneinkauf erledigen – doch längere Strecken allein mit dem Auto kommen für die 82-Jährige nicht mehr in Frage.

    Ein Bürgerbus für fünf Gemeinden

    Lehrberg, Flachslanden, Oberdachstetten, Rügland und Weihenzell sind im Fahrstreckennetz des Bürgerbusses. Seit rund sieben Wochen fährt der Rufbus montags bis freitags durch die fünf Kommunen. "NorA" wird der Bus genannt – das steht für Nördlicher Landkreis Ansbach, zu dem die Gemeinden gehören. Der Bus ist für diejenigen unterwegs, die nicht mehr fahren können oder dürfen.

    15 ehrenamtliche Helfer

    Insgesamt gibt es 13 Fahrer und zwei Springer, die regelmäßig mit dem NorA-Bürgerbus unterwegs sind, darunter Hans Webersberger. Der 66-Jährige ist Rentner und engagiert sich gerne bei ehrenamtlichen Projekten wie diesen.

    „Wenn man ein kommunikativer Mensch ist und da ins Gespräch kommt mit den Leuten - zum Teil kennt man die Leute oder man lernt Leute kennen – also ich krieg da immer unwahrscheinlich viel Input auch für mich selber.“ Hans Webersberger, ehrenamtlicher Fahrer

    Wer mit dem Bus mitfahren will, muss sich mit einem Vorlauf von drei Tagen per Telefon bei den Fahrern anmelden.

    Bürger-Windpark finanziert das Projekt

    Finanziert wird der Elektrobus vom Bürger-Windpark der Kommunen. Der Windpark umfasst vier Windräder und wird von 215 Bürgern getragen. Die Windräder werfen so viel Gewinn ab, dass Geld für das Bus-Projekt übrig war, erklärt Flachslandens Bürgermeister Hans Henninger. Passend zur ökologischen Stromerzeugung haben die Bürger, die sich am Windpark beteiligen, einen Elektrobus angeschafft. Laut Bürgermeister Henninger ist der NorA-Bus der erste elektrische Bürgerbus in Bayern. Momentan ist er für drei Jahre geleast. Das heiße aber nicht, dass das Projekt in drei Jahren zu Ende geht.

    Bürgerbus fährt kostenlos

    Für Erna Meyer und alle anderen Fahrgäste ist die Fahrt mit dem NorA-Bus kostenlos. Allerdings spenden viele Mitfahrer ein bisschen Geld. Dieses Geld wird ausschließlich dafür verwendet, den Bus in Schuss zu halten.

    Aufladen nicht vergessen

    Am Ende des Tages schließt Hans Webersberger den Elektrobus noch an einer der vier Ladestationen der Gemeinden an. Nach rund acht Stunden Ladezeit ist der Bürgerbus dann wieder startklar. Etwa 240 Kilometer schafft er mit einer vollen Batterie.