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Panne bei Premierenfahrt auf neuer Zugstrecke Lindau-München | BR24

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Von München über Lindau nach Zürich - mit der Bahn war das immer eine Weltreise. Fünf Stunden dauerte die Fahrt. Seit heute geht es deutlich schneller: Weil Elektroloks statt Dieselloks eingesetzt werden können.

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Panne bei Premierenfahrt auf neuer Zugstrecke Lindau-München

30 Minuten schneller von Lindau nach München – das soll dank der Elektrifizierung der Bahnstrecke ab heute möglich sein. Nach 24 Jahren Planungs- und Bauzeit endete die Premierenfahrt allerdings abrupt auf einem falschen Gleis.

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Von
  • Christine Kellermann
  • Peter Allgaier

Die erste Fahrt der Bahn auf der neu elektrifizierten Strecke von München nach Lindau verlief noch problemlos. Auf der Rückfahrt wurde der aus Zürich kommende Fernzug der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) dann allerdings unplanmäßig im Bahnhof Hergatz (Landkreis Lindau) gestoppt.

Nach BR-Informationen hatte ein Fahrdienstleiter den Zug auf ein Gleis ohne elektrische Oberleitung geleitet. So kam der Zug im Bahnhof Hergatz zum Stillstand. "Als der Lokführer gemerkt hat, dass er fehlgeleitet wird, hat er den Zug noch weiterrollen lassen, so dass der Zug vollständig am Bahngleis steht", erläuterte Bahnsprecher Anton Knapp.

Diesel-Lok muss "Astoro" abschleppen

Nach 24 Jahren Planung und Bauarbeiten fahren seit dem Fahrplanwechsel heute Elektro- statt Dieselloks auf der Strecke München-Lindau - eigentlich. Der moderne Schweizer Euro-City-Express "Astoro" musste nach dem Zwischenfall nämlich von einer Diesel-Lok wieder auf das richtige Gleis gebracht werden.

Außerdem wurde bei der Fehlleitung die Oberleitung beschädigt, so dass die Strecke gesperrt werden musste. Die Passagiere des ECE stiegen auf Regionalzüge um. Der Fernverkehr auf der betroffenen Strecke wurde nach der Panne in beiden Richtungen eingestellt.

Ein Reparaturtrupp sei auf dem Weg, erläuterte ein Sprecher. Derzeit könne der Schaden noch nicht abgeschätzt werden und auch nicht, ab wann die Fernverkehrsstrecke wieder nutzbar sei. Der Regionalverkehr, der mit Dieselzügen betrieben wird, sei nicht betroffen. Jedoch seien Verspätungen möglich. Wie es zu der Panne kam, war zunächst unklar.

Kürzere Fahrzeit zwischen München, Lindau und Zürich

Mit dem Fahrplanwechsel sollten die Metropolen München und Zürich schneller verbunden werden. 500 Millionen Euro hat der elektrische Ausbau der weitgehend eingleisigen Strecke zwischen Geltendorf und Lindau nach Angaben der Deutschen Bahn gekostet. 3.650 Masten wurden aufgestellt, auf 155 Kilometern Länge Oberleitungen gespannt, Lärmschutzwände gebaut und Kurven für die Neigetechnik der Schweizer Züge ertüchtigt.

Läuft alles pannenfrei, soll die Strecke München-Lindau in knapp zwei Stunden geschafft sein, von München nach Zürich dauert es ab dem kommenden Jahr dreieinhalb Stunden, also 75 Minuten schneller als bisher.

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