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Das Modeunternehmen s.Oliver in Rottendorf bei Würzburg hat den ersten Betriebsrat gewählt.

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    Erster Betriebsrat bei s.Oliver in Rottendorf gewählt

    Das Modeunternehmen s.Oliver in Rottendorf bei Würzburg hat seinen ersten Betriebsrat. Die Corona-Pandemie erschwerte zwar die Wahl. Aber nun können die Interessen der Beschäftigten durch einen 15-köpfigen Betriebsrat vertreten werden.

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    Von
    • Vesile Özcan

    Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen s.Oliver in Rottendorf bei Würzburg 370 Stellen abgebaut. Daraufhin kritisierte unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), dass in dem Unternehmen ein Betriebsrat fehle und damit die Interessen der Beschäftigten nicht vertreten werden können. Die Gewerkschaft Verdi setzte sich dann dafür ein, dass ein Betriebsrat gebildet wird. Nun hat das Modeunternehmen den ersten Betriebsrat in der Firmengeschichte gewählt.

    Wahlvorstand beim Arbeitsgericht Würzburg beantragt

    Die Wahl während der Corona-Pandemie war ein langer und komplizierter Weg. Denn laut Verdi erschwerten die geltenden Kontaktbeschränkungen den Ablauf. Es konnte zum Beispiel keine große Beschäftigtenversammlung vor der Wahl durchgeführt werden, so Verdi. Diese sei eigentlich gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb hatte Verdi bereits im Herbst 2020 beim zuständigen Arbeitsgericht in Würzburg die gerichtliche Einsetzung eines Wahlvorstandes beantragt. Drei wahlberechtigte Beschäftigte haben dann intern eine Wahlvorstandswahl organisiert, heißt es von der Gewerkschaft weiter. Dadurch wurde die Betriebsratswahl ins Rollen gebracht.

    Verdi: Wahlkampf problematisch gelaufen

    Die Wahlbeteiligung der 1.300 Beschäftigten lag bei 60 Prozent. Kandidiert haben auf zwei konkurrierenden Listen je 30 Personen. Daraus wurde ein 15-köpfiger Betriebsrat gewählt. Laut Verdi-Sekretär Peter König ist der Wahlkampf problematisch gelaufen, weil wegen Corona beispielsweise keine Informationsveranstaltungen möglich waren. Vom Unternehmen heißt es dazu: "Es gab zahlreiche Informationsveranstaltungen. Beide Listen haben ihre Kollegen in virtuelle Veranstaltungen eingeladen und dort über Ziele informiert sowie offene Fragen beantwortet."

    Mit zehn Sitzen haben gewerkschaftsunabhängige Personen die Mehrheit im frisch gewählten Betriebsrat. Der Grund dafür sei unter anderem, dass die gewerkschaftsnahen Kandidaten während der Wahl einer massiven Werbeoffensive ausgesetzt waren, so König. "Beispielsweise wurden kostenlos Butterbrezeln an Beschäftigte verteilt", sagt König. Dennoch sei der Verdi-Sekretär froh, dass die Betriebsratswahl bei s.Oliver durchgesetzt werden konnte.

    Gremium soll Interessen aller Beschäftigten vertreten

    In den nächsten Tagen soll die konstituierende Sitzung des Betriebsrates stattfinden. Verdi betont, dass für das gewählte Gremium die Interessen aller Beschäftigten und das gemeinsame Wohl gültig ist. Auf den Betriebsrat würden nun einige Aufgaben zukommen. Ziel sei es, der Belegschaft unter anderem Schutz vor Kündigungen zu bieten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor allem für Beschäftigte, die aus der Elternzeit zurückkehren zu ermöglichen und bessere Arbeitszeitvereinbarungen mit deutlich weniger Überstunden zu erreichen. Verdi teilte mit, dass sie auch in Zukunft mit Nachdruck diese Interessen vertreten und den Betriebsrat unterstützen wird.

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