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Die erste Mannschaft des FC Bayern
© FC Bayern München

Autoren

Ernst Eisenbichler
Peter Solfrank
© FC Bayern München

Die erste Mannschaft des FC Bayern

Es ist der 2. Dezember des Jahres 1900. Die Fans fiebern dem Spiel entgegen: dem Münchner Derby zwischen dem FC Bayern München und dem MTV 1879 München. Kuno Friedrich erzielt das erste Tor für die Bayern. Zum Ende des Spiels aber steht es 2:2. Die beiden Lokalrivalen trennen sich unentschieden.

Auf der Theresienwiese gespielt

Wo aber hat dieses Spiel stattgefunden? In den Anfangszeiten des Fußballsports gab es lange Zeit keine festen Spielstätten. Der FC Bayern wie auch andere Münchner Vereine spielten zunächst auf der Theresienwiese, im Vorort Gräfelfing oder auf der Schyrenwiese nahe der Isar.

Ein Ofenfabrikant war der erste Sponsor

Doch den Bayern kam schon in der Anfangszeit der berühmte Bayern-Dusel zur Hilfe: in Form eines finanzstarken Sponsors. Es war der Ofenfabrikant Friedrich Wamsler aus München. Im Februar des Jahres 1900 wurde der FC Bayern gegründet, gegen Ende des Jahres hatten sie schon ihr eigenes Spielfeld.

Fotos aus Heißluftballons verraten die Spielstätte

Die genaue Lage des Platzes geriet im Laufe der über hundertjährigen Vereinsgeschichte in Vergessenheit. Bis sich die vereinsnahe Kurt-Landauer-Stiftung des Themas annahm: Man recherchierte in Büchern, Archiven und Ämtern, auf alten Landkarten und auf frühen Luftbildaufnahmen, die noch von Heißluftballons gemacht wurden.

Ein kleines Spielfeld und wenig Platz für die Zuschauer

Schließlich wurde man fündig: In München-Schwabing. In der Clemensstraße 50. Von 1900 bis 1907 war der "Spielplatz an der Clemensstraße" die erste Spielstätte der Bayern. Das Grundstück hatte Fritz Wamsler gehört, die Fläche reichte gerade für ein Spielfeld aus. Für die Zuschauer blieb längs des Spielfelds noch ein bisschen Platz. Später fand sich auch noch eine kleine Fläche, um eine Umkleidehütte aufzustellen.

Gedenktafel in Clemensstraße

Gedenktafel in Clemensstraße

Die Bayern waren privilegiert

Mit diesem Spielfeld zählten die Bayern aber zu den Privilegierten unter den Münchner Vereinen. Zum Dank ernannten sie Friedrich Wamsler im Jahr 1901 zum Ehrenmitglied.

Um an die nun wieder gefundene, ehemalige Spielstätte zu erinnern, wurde am 24. August 2018 eine Gedenktafel am Haus Clemensstraße 50 eingeweiht.

Kurt Landauer (1884-1961), Sohn eines jüdischen Kaufmanns, war von 1913 bis 1914, von 1919 bis 1933 und von 1947 bis 1951 Präsident des FC Bayern München. 2013 wurde er posthum zum Ehrenvorsitzenden des Vereins gewählt. Während Landauers zweiter Präsidentschaft fuhr der spätere deutsche Rekordmeister 1932 seine erste Meisterschaft ein. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der FC Bayern als "Judenklub" diffamiert. Kurz danach legte Landauer sein Amt als Vereinspräsident nieder. 1938, einen Tag nach der Pogromnacht, wurde er für vier Wochen im Konzentrationslager Dachau interniert. Nach seiner Entlassung konnte er im Mai 1939 in die Schweiz flüchten. Die Kurt-Landauer-Stiftung will an die Geschichte des FC Bayern München erinnern.