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Erste Moscheen in Schwaben öffnen wieder | BR24

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Ausgerechnet im muslimischen Fastenmonat Ramandan konnten die Gläubigen bislang nicht gemeinsam Beten. Das hat jetzt ein Ende: Seit Montag dürfen Moscheen und andere Gotteshäuser wieder öffnen. Die Gläubigen müssen aber die Corona-Regeln beachten.

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Erste Moscheen in Schwaben öffnen wieder

Ausgerechnet im muslimischen Fastenmonat Ramandan konnten die Gläubigen bislang nicht gemeinsam beten. Das hat jetzt ein Ende: Moscheen und andere Gotteshäuser dürfen wieder öffnen. Die Gläubigen müssen aber die Corona-Regeln beachten.

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Von
  • Veronika Scheidl
  • Johanna Kempter

Bereits seit Montag (04.05.2020) dürfen Moscheen, Synagogen und Kirchen in Bayern wieder offiziell öffnen. Wegen des Coronavirus gelten allerdings umfangreiche Hygiene-Regeln. Viele Moscheen in Schwaben haben in den vergangenen Tagen noch an der Umsetzung gearbeitet. Zum Beispiel die türkische DITIB-Moschee in Augsburg-Haunstetten.

Erstes Gebet am Samstag

Die türkische Religionsgemeinschaft DITIB gehört zum Koordinationsrat der Muslime (KRM), der einen Fahrplan zur Öffnung der Moscheen herausgegeben hatte. Demnach dürfen die Gemeinden ihre ersten gemeinsamen Gebete an diesem Samstag (9. Mai) abhalten, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen - also wenn zum Beispiel der Abstand gewahrt wird.

In der Haunstetter Moschee hat Vorstandsmitglied Serkan Sarikaya zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern mit Klebeband insgesamt 25 Gebetsplätze markiert. Normalerweise würden gut 250 Menschen in die Moschee passen. Wer in die Moschee kommt, muss am Eingang seinen Namen angeben. So können mögliche Infektionsketten nachverfolgt werden. Die Gläubigen müssen außerdem ihre eigenen Gebetsteppiche mitbringen und Mund und Nase bedecken. Die rituelle Waschung vor dem Gebet kann nicht in der Moschee stattfinden, dort sind die Waschräume geschlossen.

Vorfreude auf Öffnung der Moschee

Die Vorfreude auf die Öffnung der Moschee am Samstag sei groß, sagt Sarikaya. Dennoch blicke man dem Ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen. "Wir hoffen, dass die Menschen sich an die Regeln halten", sagt Sarikaya. Die Gemeinde hat ihre Mitglieder vorab informiert, auf was geachtet werden muss.

Zu den offiziellen Vorgaben gehört auch, dass die Moscheen nur zum Früh-, Mittags- und Nachmittagsgebet geöffnet sind, erklärt der bayerische DITIB-Landesvorsitzende Senol Isci. Abendgebet, Feiertagsgebet und Fastenbrechen während des Ramadan und auch das stark frequentierte Freitagsgebet in der Moschee bleiben weiterhin verboten. Es führe zu Problemen, wenn so viele Leute auf einmal zur Moschee strömten, erklärt Isci. Das Risiko eines Ansturm sei den meisten Gemeinden zu hoch. Darum werden bayernweit nur 20 bis 30 Prozent der DITIB-Moscheen öffnen, schätzt der DITIB-Landesvorsitzende.

Gemeinsames Gebet vorerst nur für Männer

In einer anderen Augsburger Moschee dagegen ist bereits an diesem Freitag wieder gebetet worden: Die Ahmadiyya Muslim Jamaat gehört nicht zum Koordinationsrat der Muslime und hat deswegen schon wieder geöffnet. Imam Luqman Shahid hat sämtliche Vorkehrungen getroffen: An den Eingängen steht Desinfektionsmittel bereit, in der Moschee sind gut 30 Gebetsplätze markiert. Auch hier gilt Maskenpflicht.

In der Moschee beten überwiegend Menschen aus Pakistan. Sie können bereits wieder fünfmal am Tag zum Gebet kommen. Allerdings dürfen in der Ahmadiyya Muslim Jamaat derzeit nur Männer im Alter zwischen 16 und 60 Jahren. Frauen seien nicht zum Gebet verpflichtet, so der Imam. Deswegen ist die Moschee für sie während der Corona-Krise weiterhin nicht zugänglich.

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