Ein Blick in die prächtig geschmückte Kuppel der Augsburger Synagoge

Die Kuppel der Augsburger Synagoge in der Halderstraße

Bildrechte: Barbara Leinfelder/BR
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    Erste Jüdische Kulturwoche Schwaben startet

    Erste Jüdische Kulturwoche Schwaben startet

    Großes Programm in der Augsburger Synagoge: Am Sonntagabend wird die erste Jüdische Kulturwoche eröffnet, mit einem Neujahrskonzert, zum jüdischen Jahreswechsel. Zu Gast ist u.a. Ludwig Spaenle, der Antisemitismus-Beauftragte der Staatsregierung.

    Das Ensemble "Feygele" wird zur Eröffnung der Jüdischen Kulturwoche Schwaben spielen. Am Schlagzeug dabei sitzt kein geringerer als der Gabbai, der Vorbeter der Augsburger Synagoge, Josef Strzegowski. Er und sein Team haben wochenlange Vorbereitungen hinter sich, um die Kulturwoche auf die Beine zu stellen, mit viel Musik, aber auch mit viel Programm zum Mitmachen.

    Klezmer-Jam und Hebräisch-Kurs

    Da ist etwa der Klezmer-Kurs für Schüler, wo Jungen und Mädchen mit ihren eigenen Instrumenten dabei sein können. Sie kommen aus verschiedenen Augsburger Schulen und werden einen Tag lang zusammen jammen, von der Panflöte bis zur Geige ist alles dabei. Krönender Anschluss soll dann ein gemeinsames Konzert in der ehemaligen Synagoge in Ichenhausen sein. Wer will, kann auch einen Hebräisch-Kurs besuchen und mehr über Schrift und Wortbedeutung erfahren.

    Jungen Menschen das Judentum vermitteln

    Veranstaltet wird die Kulturwoche als Kooperationsprojekt von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Jüdischen Kultusgemeinde. Schirmherren der Jüdischen Kulturwoche sind Josef Schuster vom Zentralrat der Juden in Deutschland und Ludwig von Bayern. Mit den Einnahmen aus dem Ticketverkaufen soll die anstehende Renovierung der Augsburger Synagoge unterstützt werden, einem "architektonischen Juwel", so Prof. Klaus Wolf von der Dt.-Israelischen Gesellschaft in Augsburg. Josef Strzegowski geht es dabei auch um mehr Verständigung: "Wir haben uns gefragt, wie geht es weiter? Wie kommen junge Leute mit dem Judentum zurecht, haben sie überhaupt eine Vorstellung davon? Da haben wir gesagt, da müssen wir was tun, über die lockere Schiene an die jungen Menschen rankommen".

    Zwei Bischöfe, ein Rabbiner und die Frage nach Gott

    Die ganze Woche über gibt es Lesungen, Vorträge und Veranstaltungen. Wer will, kann etwa beim Interreligiösen Podiumsgespräch dabei sein, wenn Landesrabbiner Henry G. Brandt, der evangelische Regionalbischof Axel Piper und der katholische Augsburger Bischof Bertram Meier über Gott und die Welt philosophieren. Auch Orte des für Bayerisch-Schwaben so bedeutenden Landjudentums werden berücksichtigt: In Fischach gibt es etwa eine Führung über den Jüdischen Friedhof. "In der Frühen Neuzeit gab es das Medinat Schwaben, ganz viele jüdische Orte, in denen die Zahl der Juden annähernd so stark war die der Christen", so Prof. Klaus Wolf.

    Musikalische Rarität zum Schluss

    Den Schlusspunkt setzt dann am Sonntag (17. Oktober) das Festkonzert der Bayerischen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Christina Drexel in der Augsburger Synagoge. Gespielt wird unter anderem das nur sehr selten aufgeführte Stück "Israel Symphony" von Ernest Bloch. Dessen Werk aus dem Jahr 1916 ist schon allein aufgrund der übergroßen Besetzung eine Herausforderung, so die Dirigentin Christina Drexel. In der Augsburger Jugendstil-Synagoge mit ihrer weitläufigen Kuppel kommt außerdem die nicht ganz einfache Akustik dazu. Trotzdem, besondere Anlässe bräuchten besondere Musik, sagt Dirigentin Christina Drexel: "Ich glaube, dass das die Leute begeistern wird".

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