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Die ersten Impfstoff-Dosen sind pünktlich in Bayern eingetroffen. Morgen sollen die Impfprogramme in ganz Europa starten.

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Erste Impfdosen in Bayern angekommen

Per Spezialtransport, tiefgekühlt und streng bewacht ist die erste Lieferung des Corona-Impfstoffs heute Morgen in Bayern angekommen. Gesundheitsministerin Huml und Innenminister Herrmann nahmen in Erlangen die ersten Dosen in Empfang.

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Von
  • Julia Rupprich

Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen sind die ersten Impfstoffdosen in Bayern eingetroffen. Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) nahmen die erste Lieferung in Erlangen in Empfang. Es handele sich um die Hälfte der für den Freistaat bestimmten ersten 9.750 Impfdosen, sagte Huml. Die andere Hälfte kam in München an. Von den beiden zentralen Lagerstandorten wurden die Impfdosen dann regional in Bayern verteilt.

BR24 sendet morgen live vom Impfstart in Bayern ab 10.30 Uhr.

Lieferung kam mit Spezialtransport an

Der Impfstoff kam in Erlangen in zwei Kartons mit einem Spezialtransport an - er muss tiefgekühlt werden. Das Thermometer des Behälters zeigte minus 85,4 Grad. Bewaffnete Polizisten begleiteten die Ankunft. Am 28. Dezember sollen weitere 97.000 Dosen in Bayern ankommen; am 31. Dezember werden 107.000 Impfdosen erwartet. Von Januar an sollen dann jede Woche rund 100.000 Dosen eintreffen.

Alle Impfzentren in Bayern sollen Impfdosen erhalten

Von München und Erlangen soll der Impfstoff, den die Firmen Biontech und Pfizer gegen das Coronavirus entwickelt haben, regional verteilt werden. Alle 99 Impfzentren in Bayern sollen erste Impfstoffdosen erhalten. Am Impfzentrum Dasing im Landkreis Aichach-Friedberg werden am Mittag (13.45 Uhr) Sozialministerin Carolina Trautner und Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (beide CSU) zusammen mit Landrat Klaus Metzger die ersten Corona-Impfstoffe entgegennehmen.

Die ersten mobilen Impfteams rücken am Sonntag aus

Am Sonntag sollen die ersten mobilen Impfteams ausrücken, um vor allem in Senioren- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern zu impfen. Neben Heimbewohnern gehören die Mitarbeiter der Heime und medizinisches Personal auf Intensivstationen und in Notaufnahmen zu den ersten, die eine Impfung erhalten.

Impfung der ersten Prioritätengruppe voraussichtlich bis Ende Januar

Im Gesundheitsministerium wird damit gerechnet, dass die Impfung der ersten Prioritätengruppe bis mindestens Ende Januar dauert, wie ein Sprecher sagte. Wenn die nächste Gruppe geimpft werden kann, werde darüber umfangreich öffentlich informiert. Die bundesweit vereinbarte Prioritätenfolge werde strikt eingehalten. Wer nicht zur höchstpriorisierten Gruppe gehöre, sollte derzeit nicht versuchen, einen Termin zu vereinbaren, sagte der Sprecher. Die erste Gruppe der über 80-Jährigen würden rechtzeitig informiert, wie sie an ihr Impfangebot komme. Dazu würden die Menschen ab Anfang Januar angeschrieben.

Impfdosen an 27 Standorte in Deutschland ausgeliefert

In ganz Deutschland werden heute die erste Dosen der ersehnten Impfung ausgeliefert. So wurden beispielsweise nach Nordrhein-Westfalen zunächst 9.750 Dosen geliefert und in ein geheimes Zentrallager gebracht. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte: "Das ist ein wichtiger Moment der Zuversicht. Mit der Lieferung des ersten Corona-Impfstoffes entsteht Hoffnung auf ein normales Leben, wie wir es vor dem Virus gekannt haben." Auch in Thüringen brachte ein Logistikunternehmen den Impfstoff am Samstagmorgen per Kühltransport und in Polizeibegleitung zur Lagerung an einen Ort, der zunächst nicht näher genannt werden sollte. Der Bund lässt an diesem Samstag mehrere zehntausend Dosen der Firma Biontech an insgesamt 27 Standorte liefern. Von dort werden sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt, die dann am Sonntag die ersten Impfungen verabreichen sollen.

Lieferungen auch in andere europäische Länder

Auch andere europäische Länder haben inzwischen die ersten Impfstoff-Lieferungen erhalten. In Italien haben die ersten Corona-Impfstoffe gestern Abend unter Militär-Geleit ihr Ziel in der italienischen Hauptstadt Rom erreicht. Der Transporter sei am späten Freitagabend in einer Kaserne der Carabinieri im Norden Roms angekommen, wie das Verteidigungsministerium heute morgen bestätigte. Ab morgen will Italien anlässlich des europäischen "V-Day" (Vaccine Day - Impftag) die ersten wenigen Tausend Corona-Impfungen verabreichen. Auch in Frankreich sind die ersten Dosen des Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer eingetroffen.

In der Schweiz traf die erste Lieferung bereits am Mittwoch ein. An die Kantone seien 107.000 Dosen ausgeliefert worden, sagt Virginie Masserey, Leiterin des Bereichs Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit (BAG). "In den nächsten sieben Tagen können die ersten gezielten Impfprogramme beginnen."

Söder mahnt zu Geduld

In Bayern twitterte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der nun vorliegende Impfstoff mache Hoffnung - zugleich bat er um Geduld, da die bestellten Mengen erst nach und nach ankämen.

Gesundheitsministerin Huml warnt vor zu großer Hoffnung

Ministerin Huml hatte bereits vor zu großen Hoffnungen auf rasche Fortschritte durch die ersten Impfungen gewarnt. "Trotz der Impfungen stehen uns allen noch herausfordernde Monate bevor." Es sei deshalb weiter wichtig, die Schutzmaßnahmen einzuhalten und die sozialen Kontakte zu reduzieren. "Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass wir mit dem Beginn der Impfungen in unserer Wachsamkeit und Vorsicht nachlassen dürfen", sagte die Ministerin kürzlich.

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