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Erste Hilfe am Berg: Worauf muss man achten? | BR24

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Eine Bergwanderung, eine Moutnainbike-Tour, eine Skitour. Wer draußen Sport macht, sollte damit rechnen, dass auch was passieren kann. Anders als im Tal, dauert es am Berg, bis Hilfe kommt. Was tun bis dahin? Erste Hilfe am Berg kann man lernen.

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Erste Hilfe am Berg: Worauf muss man achten?

Erste Hilfe am Berg: Eine herausfordernde Situation für die meisten Laien. Man ist meist auf sich allein gestellt beim Retten und Versorgen und man befindet sich auf unwegsamen Terrain. Auf was muss man im Gelände achten und was sollte man vermeiden?

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Von
  • Rebekka Preuß
  • BR24 Redaktion

Sommer, schönes Wetter, ab auf den Berggipfel. Ein entspannter Tag eigentlich. Doch dann sind auf dem Weg durch den Wald plötzlich Schreie zu hören. Eine Frau liegt am Boden, sie hat Atemnot. Eine enorme Stresssituation für die meisten Menschen ohne medizinische Ausbildung. Was ist jetzt zu tun?

Situation und Gefahren im Gelände einschätzen

Die erste Hilfe am Berg bringt eine Herausforderung mit sich: Denn anders als in der Stadt oder einem Ort ist man im Gelände unterwegs, möglicherweise auf unwegsamen Grund – und noch dazu sind andere Menschen oder Helfer erst einmal weiter entfernt. Für diesen Fall gibt Dani Hornsteiner seit fünf Jahren spezielle Kurse. Hornsteiner ist Rettungssanitäterin und Einsatzleiterin der Bergwacht Krün, außerdem Bergwanderführerin. "Das sind einfach so viele Dinge, die wichtig sind. Und wenn man das nicht so übt, dann ist der Ersthelfer am Berg wirklich überfordert", sagt Hornsteiner.

Die erste Regel: Versuchen, die Ruhe zu bewahren und die Situation einzuschätzen. Am Berg besonders wichtig ist die Frage: Begebe ich mich selbst in Gefahr, wenn ich mich zu den Verletzten begebe? Kann ich selbst abstürzen oder etwa in einen Steinschlag geraten? Generell gilt dabei Selbstschutz vor Fremdschutz.

'Im Gelände muss man einfach darauf achten: Wo bin ich gerade? Wie ist das Wetter, wo liegt der Verletze eigentlich? Traue ich mich, da hinzugehen? Habe ich überhaupt Empfang?' Dani Hornsteiner, Rettungssanitäterin

Notruf absetzen

Ist die Lage beurteilt, sollte man einen Notruf absetzen. Dazu wählt man auch im Gebirge die europaweite 112. Bei Funklöchern kann man das alpine Notsignal verwenden: Dazu wird eine Minute lang alle zehn Sekunden ein Signal gegeben (Ruf, Pfiff oder Lichtsignal), dann eine Minute Pause, dann die Signale wiederholen.

Erste Hilfe für die Verletzten

Erste Hilfe kann und soll jeder leisten. Man müsse keine Diagnosen stellen, sagt Hornsteiner. Symptome lindern und für den Verunfallten da sein, sei erstmal das Wichtigste. Ist die Unfallstelle gefährlich, sollte die Person aus dem Gefahrenbereich geholt und an einen sicheren Ort in der Nähe gebracht werden – sofern dies die eigene Sicherheit nicht gefährdet. Blutet die Person aber stark oder ist bewusstlos, dann muss man eingreifen.

Bei einer Wunde sollte unmittelbar ein Druckverband angelegt werden. Bei Bewusstlosigkeit versucht man zuerst, die Person zurückzuholen. Atmet die Person noch, dann stellt man die stabile Seitenlage her. Atmet sie nicht mehr, dann beginnt man mit einer Herzdruckmassage und Beatmung: 30 mal drücken, zweimal beatmen. Die notwendige Ausrüstung bieten Erste-Hilfe-Sets, die jeder Bergsteiger im Rucksack mitführen sollte.

Halt geben und betreuen

Wichtig ist ebenso die psychische Betreuung der verletzten Person: Mit ihr sprechen, erklären, ihr gut zureden, leichten Körperkontakt geben. Man sollte stützen und Kokon für die Verunfallten sein, sagt Dani Hornsteiner. Müsse man die Unfallstelle verlassen, um Hilfe zu holen, dann sollte unbedingt jemand beim Verletzten bleiben. Ist das nicht möglich, dann dies genau erklären und Zeitplan absprechen.

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