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Umbau Plenarsaal Bundestag

Der Plenarsaal wird für den neuen Bundestag umgebaut

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Monika Skolimowska
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Erste Bundestagssitzung: 15 Abgeordnete aus Mittelfranken

Der neu gewählte Bundestag hat seine erste Sitzung. Aus Mittelfranken sind 15 Abgeordnete vertreten, also einer weniger als in der vergangenen Legislaturperiode. Sechs der mittelfränkischen Parlamentsmitglieder sind neu im Bundestag. Ein Überblick.

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Stanislaus KossakowskiStanislaus KossakowskiSimone SchüleinSimone SchüleinAnja BühlingAnja Bühling
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Aus allen sechs Wahlkreisen Mittelfrankens kommen die gewählten Direktkandidaten von der CSU. Neun weitere Kandidatinnen und Kandidaten ziehen über die Landeslisten in den Bundestag ein. Anders als in der vergangenen Legislaturperiode stellt die Partei Die Linke keinen Abgeordneten mehr aus Mittelfranken. Die AfD hat ein Mitglied des Bundestages (MdB) weniger. Die Grünen entsenden jetzt zwei statt einen Abgeordneten aus Mittelfranken.

Die Mehrheit der mittelfränkischen MdBs sind Männer. Es sind zehn. Die Zahl der Frauen bleibt unverändert bei fünf, wobei eine Frau eine transidente Persönlichkeit ist. Nachfolgend die mittelfränkischen Mitglieder des neuen Bundestages im Einzelnen. Die Aufzählung folgt der Stärke der Parteien, wie sie nach dem Ergebnis der Zweitstimmen in Mittelfranken abgeschnitten haben:

Die CSU ist mit sechs Abgeordneten vertreten

Artur Auernhammer (CSU): Der gelernte Landwirt Artur Auernhammer war erstmals von 2004-05 als Nachrücker in den Bundestag gekommen. 2013 schaffte er es als Inhaber des Direktmandats im Wahlkreis Ansbach erneut ins Parlament. Seitdem ist er für diesen Wahlkreis durchgängig Bundestagsabgeordneter. Die politischen Schwerpunktthemen des 58-Jährigen waren bisher Landwirtschaft, Ernährung und Sport. Jetzt tritt Auernhammer seine vierte Amtszeit an.

Stefan Müller (CSU): Mit Stefan Müller sitzt ein Berufspolitiker im Bundestag. Mit 27 Jahren wurde der gelernte Bankfachwirt als CSU-Direktkandidat ins Parlament gewählt. Das war 2002 für den Wahlkreis Erlangen. Für diesen Wahlkreis tritt der 46-Jährige nun seine sechste Amtszeit an. Erfahrung hat er in vielen Politikfeldern. Denn als langjähriger Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag hatte er alle Themen mit zu koordinieren.

Tobias Winkler (CSU): Für Tobias Winkler ist es die erste Amtszeit im Bundestag. Der 43-Jährige folgt auf Christian Schmidt, der von 2014 bis 2018 Bundeslandwirtschaftsminister war. Der studierte Politikwissenschaftler Winkler war bislang vor allem mit Europapolitik befasst. Zunächst leitete er das Büro des einstigen EU-Parlamentspräsidenten Hans-Gert Pöttering (CDU) und danach das des Europaabgeordneten Ingo Friedrich (CSU). Zuletzt war Winkler Leiter des Verbindungsbüros zum Europäischen Parlament in München. Als ehemaliger Marktgemeinderat seines Heimatortes Roßtal bringt Winkler auch kommunalpolitische Erfahrung mit. Im Bundestag würde er sich gern in den Bereichen Europa- oder auch Außenpolitik engagieren, sagte er BR24.

Sebastian Brehm (CSU): Der Steuerberater und Diplomkaufmann Sebastian Brehm tritt im Bundestag seine zweite Amtszeit an. In der vorangegangenen Legislaturperiode hat sich der 50-Jährige als Finanzpolitiker profiliert. Ein weiteres Anliegen ist dem CSU-Mann die Stärkung von Mittelstandsunternehmen.

Michael Frieser (CSU): Michael Frieser gehört zu den Routiniers unter den CSU-Abgeordneten. Eines der Schwerpunktthemen des 57-Jährigen ist die Innenpolitik. Für die CDU/CSU-Fraktion ist der studierte Rechtswissenschaftler seit Jahren als Justiziar tätig. Im Bundestag beginnt für Frieser, der auch Vorsitzender des CSU-Bezirksverbands Nürnberg-Fürth-Schwabach ist, nun seine vierte Amtszeit.

Ralph Edelhäußer (CSU): Ralph Edelhäußer war zehn Jahre Bürgermeister der Stadt Roth, die zugleich ein Bundeswehrstandort ist. Jetzt wechselt der 48-Jährige als neues Gesicht in den Bundestag. Er würde sich dort gern in der Verteidigungspolitik engagieren oder in den Themenbereichen Innere und äußere Sicherheit, erklärte Edelhäußer auf Anfrage von BR24. Als jemand, der früher auch in der Spitzensportförderung und für den Breitensport aktiv war, könne er sich auch vorstellen, Sportpolitik zu machen. Welches Politikfeld der gelernte Bankkaufmann und Betriebswirt letztlich ergattern wird, das wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Vier mittelfränkische SPDler im Bundestag

Martina Stamm-Fibich (SPD): Für Martina Stamm-Fibich aus dem Wahlkreis Erlangen, zu dem auch der Landkreis Erlangen-Höchstadt gehört, ist es die dritte Amtszeit im Bundestag. In der vergangenen Legislaturperiode war die Gewerkschafterin und gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte Vize-Vorsitzende des Petitionsausschusses. Zu Stamm-Fibichs Fachgebieten zählte bislang vor allem die Gesundheitspolitik. Möglicherweise kommt es für die 56-Jährige zu einer Neuausrichtung in der Parlamentsarbeit.

Carsten Träger (SPD): Der 48-jährige Carsten Träger kommt aus dem Wahlkreis Fürth, zu dem auch der Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim gehört. In seinen ersten beiden Amtszeiten lauteten seine Themenfelder "Nachhaltige Entwicklung" und Naturschutz. Nun beginnt für den studierten Diplom-Kommunikationswirt die dritte Amtszeit im Bundestag.

Gabriela Heinrich (SPD): Mit Gabriela Heinrich ist ebenfalls eine Gewerkschafterin aus Mittelfranken im Bundestag vertreten. Sie kommt aus dem Wahlkreis Nürnberg-Nord und steht vor ihrer dritten Amtszeit als Bundestagsabgeordnete. Die Themen der 58-jährigen Heinrich waren bisher Außenpolitik, Verteidigung, Entwicklung und Menschenrechte.

Jan Plobner (SPD): Der Sozialdemokrat Jan Plobner zählt zu den neuen Gesichtern im Bundestag und zu den jungen. Der 29-jährige Standesbeamte schaffte es für den Wahlkreis Roth, zu dem auch der Landkreis Nürnberger Land zählt, knapp in den Bundestag. Plobner ist seit zwei Jahren Vorsitzender der SPD in seiner Heimatstadt Altdorf bei Nürnberg. Im vergangenen Jahr wurde er bei den Kommunalwahlen in den Kreisrat des Landkreises Nürnberger Land gewählt.

Neuer Wind bei den mittelfränkischen Grünen

Tessa Ganserer (Grüne): Tessa Ganserer gibt für den Bundestag ihr Landtagsmandat auf. Die 44-Jährige ist eine von zwei transidenten Persönlichkeiten, die es in den neuen Bundestag geschafft haben. Zu den Themen, die sich die Grüne aus dem Wahlkreis Nürnberg-Nord auf die Fahnen geschrieben hat, zählt sie den Klimaschutz, eine nachhaltige Verkehrspolitik und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Darüber hinaus möchte sich die Transgender-Frau für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzen, in der niemand "aufgrund gruppenbezogener Merkmale abgewertet, ausgegrenzt oder benachteiligt" wird, teilte Ganserer BR24 mit. Dazu sei es nötig, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz weiterzuentwickeln.

Sascha Müller (Grüne): Sascha Müller zieht für den Wahlkreis Nürnberg-Süd in den Bundestag ein. Geboren wurde er in Essen, zur Schule und an die Uni ging er in Mittelfranken. Natürlich spricht sich der Grüne für eine "ambitionierte Energie- und Verkehrspolitik in Deutschland" aus, die auf den 1,5-Grad-Pfad führen müsse. Der 51-Jährige macht gegenüber BR24 aber auch deutlich, dass ihm soziale Themen am Herzen liegen. So plädiert Sascha Müller für "wesentliche Verbesserungen in der Grundsicherung", eine Umwandlung des "Arbeitslosengeld II in ein Bürgergeld" und für eine Kindergrundsicherung. Müller ist studierter Politikwissenschaftler und Sportjournalist. Für seine Partei, die Grünen in Bayern, ist er seit Jahren Landesschatzmeister.

Zwei mittelfränkische FDP-Politikerinnen

Katja Hessel (FDP): Die Nürnberger Juristin und Steuerberaterin Katja Hessel hatte erst Erfahrungen als Landtagspolitikerin und Staatssekretärin im bayerischen Wirtschaftsministerium gesammelt, bevor sie 2017 erstmals in den Bundestag einzog. 2020 stieg sie zur Vorsitzenden des Finanzausschusses des Bundestages auf. Die Finanzpolitik gehört zu den Leib- und Magenthemen der 49-jährigen FDP-Politikerin aus dem Wahlkreis Nürnberg-Nord. In welcher Funktion oder ob Hessel diese in einer neuen Regierung weitermachen darf, bleibt abzuwarten.

Kristine Lütke (FDP): Die Diplom-Sozialpädagogin Kristine Lütke ist eine von insgesamt drei neuen Abgeordneten, die den Wahlkreis Roth vertreten. Die 39-jährige Liberale hat sich insbesondere der Pflegepolitik verschrieben und nennt die Gestaltung des demografischen Wandels eines ihrer "politischen Herzensthemen". Beruflich leitete die gebürtige Nürnbergerin bislang ein Familienunternehmen im Bereich der Seniorenpflege. Kommunalpolitisch engagiert sich Lütke als Mitglied im Kreistag Nürnberger Land. Sie ist außerdem Landesschatzmeisterin der FDP Bayern.

Ein mittelfränkischer AfD-Bundestagsabgeordneter

Martin Sichert (AfD): Der Vorsitzende der AfD Nürnberg, Martin Sichert, tritt seine zweite Amtszeit im Bundestag an. Der 41-jährige Diplom-Kaufmann aus dem Wahlkreis Nürnberg-Nord war in der vergangenen Legislaturperiode Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales. Sichert zählt zu den frühen Mitgliedern nach Gründung der AfD in Bayern und war von 2017 bis 2019 Landesvorsitzender der Partei.

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