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Erste Bilanz: Corona-Schnelltests im Pflegeheim | BR24

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Das Personal der fünf städtischen Altenheime in Nürnberg kann sich ab sofort kostenlos ein Mal pro Woche - vor Ort - einem Antigentest unterziehen. Das Angebot richtet sich auch an die Angehörigen von Bewohnern.

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Erste Bilanz: Corona-Schnelltests im Pflegeheim

Seit knapp vier Wochen werden im Nürnberger Pflegezentrum Sebastianspital täglich Antigen-Schnelltests durchgeführt. In einem eigenen Testzentrum können sowohl das Pflegepersonal als auch Besucher einen Abstrich machen lassen. Eine erste Bilanz.

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Von
  • Ulrike Nikola

Draußen vor dem Testzentrum warten einige Pflegekräfte, dass sie als nächste an die Reihe kommen. Fast wie am Fließband nimmt drinnen Heimärztin Dr. Rosemarie Hoffmann einen Abstrich nach dem anderen ab. Nach rund zehn Minuten zeigt der Antigen-Schnelltest das Ergebnis an. Das sorgt für eine momentane Klarheit: Corona positiv oder negativ. Das Pflegezentrum Sebastianspital ist die erste Einrichtung in Nürnberg gewesen, in der vor knapp vier Wochen mit den Antigen-Schnelltests begonnen wurde, gleich nach Ankündigung der neuen nationalen Teststrategie durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Corona-Schnelltests sorgen für mehr Sicherheit

Michael Pflügner, der Leiter der städtischen Heime des Nürnberg Stift, zu dem auch das Sebastianspital gehört, ist froh über die neue Teststrategie. Denn so seien bereits einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem positiven Befund in Quarantäne geschickt worden.

"Durch die Schnelltests können wir verhindern, dass die Infektion weiter getragen wird. Es ist eine zusätzliche Möglichkeit, um für mehr Sicherheit in Pflegeheimen zu sorgen. Auch wenn wir wissen, dass diese Tests nicht hundertprozentig genau sind, so schützen sie trotzdem zu einem hohen Prozentsatz sowohl die Bewohner als auch die Mitarbeitenden und die Besucher, die zu uns kommen." Michael Pflügner, Leiter Nürnberg Stift

Die Schnelltests geben dem Pflegepersonal mehr Sicherheit in der alltäglichen Arbeit, so Pflügner.

Pflege-Stationen im Nürnberger Sebastianspital unter Quarantäne

Durch die reihenweisen Antigen-Schnelltests im Nürnberger Sebastianspital hat sich herausgestellt, dass einige Heimbewohner und Pflegekräfte mit dem COVID 19-Virus infiziert sind. Die meisten seien symptomfrei, berichtet Michael Pflügner. Die betroffenen Stationen stünden unter Quarantäne und es würden alle notwendigen Vorkehrungen und Hygienemaßnahmen getroffen, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Dabei helfe auch der Antigen-Schnelltest, denn er zeige an, wer betroffen ist und wer nicht, so Pflügner.

Besucher können sich freiwillig testen lassen

Wer einen Angehörigen im Sebastianspital besuchen will, muss sich vorab anmelden, eine Maske tragen, die Hygienevorschriften befolgen und Temperatur messen lassen. Der Anti-Gen-Schnelltest ist für Besucher jedoch freiwillig, und sie gehen damit ganz unterschiedlich um, beobachtet Angelika Zillig, die Leiterin der sozialen Betreuung im Sebastianspital. Manchen Besuchern sei es sehr wichtig, sich testen zu lassen, bevor sie jemanden im Pflegeheim besuchen. Andere zögern noch und gehen mit ihrem Angehörigen als Schutz vor einer Ansteckung lieber spazieren statt in einem Zimmer im Pflegeheim zu sitzen. Draußen auf einer Bank sitzt eine Frau neben ihrer Mutter, die sie im Rollstuhl hinausgefahren hat. Alle zwei Tage kommt sie hierher, und sie macht sich Sorgen, dass diese Besuche wieder wie im Frühjahr eingeschränkt werden könnten. Das wäre für Mutter und Tochter schrecklich.

Schnelltest verhindert, dass Heime wieder geschlossen werden

Diesen Gedanken findet auch Michael Pflügner unerträglich. Wenn er von dem Lockdown im Frühjahr erzählt, dann zeichnen sich Sorgenfalten auf seiner Stirn ab. Denn die Bewohner und Bewohnerinnen in Pflegeheimen durften keinen Besuch empfangen und waren von der Außenwelt isoliert. Das will der Leiter der städtischen Heime des Nürnberg Stift nie mehr erleben müssen, "denn die Menschen haben unter Depressionen gelitten, ihre Mobilität war eingeschränkt und sie haben körperlich abgebaut." Deshalb hält er die Antigen-Schnelltests in Pflegeheimen für wichtig, da sie dazu beitrügen, dass die Heime nicht wieder für Besucher geschlossen werden müssten.

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