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Opfer im Bayern-Ei-Prozess: Vier Wochen krank wegen Salmonellen | BR24

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Im Prozess um den Bayern-Ei-Skandal von 2014 kommen jetzt Opfer zu Wort. Vor dem Landgericht Regensburg hat eine erste Betroffene ausgesagt und ihre Krankheitsgeschichte geschildert.

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Opfer im Bayern-Ei-Prozess: Vier Wochen krank wegen Salmonellen

Im Prozess um den Bayern-Ei-Skandal kommen nun Opfer zu Wort: Vor dem Landgericht Regensburg hat eine erste Betroffene ihre Krankheitsgeschichte geschildert. Ob Produkte von Bayern-Ei ihre Salmonellen-Erkrankung ausgelöst hatten, bleibt aber unklar.

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Im Bayern-Ei-Prozess vor dem Regensburger Landgericht hat am Dienstag eine erste Betroffene ausgesagt. Die Zeugin aus Deutschland hatte 2014 als Zimmermädchen in einem Hotel in Österreich gearbeitet. Fast täglich hat sie dort laut eigener Aussage auch gefrühstückt. Regelmäßig habe sie dabei auch weichgekochten Eier gegessen. Diese könnten von Bayern-Ei stammen.

Betroffene klagt an: "Vier Wochen Krankschreibung"

An einem Sonntag im Sommer 2014 wurde der Zeugin nach einem Frühstücks-Ei schlecht. Sie habe starken Durchfall bekommen, sagte die Frau. Dazu kamen später Erbrechen und starker Schüttelfrost. Die Diagnose ihres Arztes: Salmonelleninfektion. Rund vier Wochen lang sei sie krankgeschrieben gewesen, ihre Symptome hätten sich erst langsam wieder gelegt.

Zeugin hatte auch andere Eier gegessen

Die Frau hatte aber gelegentlich auch andere Eier außerhalb des Hotels gekauft und gegessen. So bleibt in diesen wie in vielen anderen Fällen die Frage, ob auch wirklich Eier von Bayern-Ei die Infektionen ausgelöst haben. Auch wenn 2014 Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern eine Verbindung zwischen den Erkrankungen und Bayern-Ei hergestellt haben, sehen die Anwälte des angeklagten Ex-Geschäftsführer der Firma dafür keine ausreichenden juristischen Beweise.

Nur eine Betroffene sagt aus - geplant waren mehrere Aussagen

Eigentlich hätten am Vormittag noch weitere Betroffene aussagen sollen, die sich 2014 in Österreich mit Salmonellen infiziert hatten. Da Ausländer in deutschen Prozessen nicht aussagen müssen und viele der Betroffenen von damals bereits sehr alt sind, sagte nur eine Zeugin aus.

Überfüllte Ställe und Milbenbefall

Am Dienstagnachmittag sagte Landtagsabgeordnete Petra Loibl (CSU) aus. Loibl war vor ihrer Wahl ins Parlament Leiterin des Veterinärwesens am Landratsamt Dingolfing-Landau. Sie berichtete in ihrer bereits zweiten Aussage im Prozess von einer Großkontrolle im Mai 2015 im Bayern-Ei-Stall in Ettling. Dabei sei auffällig gewesen, dass Käfige sichtbar überfüllt waren. Außerdem sei ein massiver Milbenbefall festgestellt worden. Ein Problem, das im Betrieb schon länger Bestand hatte. Die einzige Maßnahme gegen die Milben sei die Tötung der Herde gewesen. Diese Möglichkeit schien den Behörden allerdings nicht verhältnismäßig.

Auch habe es keine medikamentöse Behandlungsmethode für befallene Hühner gegeben, die mit der Lebensmittelerzeugung vereinbar gewesen wäre, so Loibl. Außerdem hätten Berechnungen nach der Räumung der Ställe ergeben, dass die vier Ställe am Standort Ettling deutlich überbelegt waren, sagte die Zeugin.

Mehr als 180 Verdachtsfälle

Mehr als 180 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und Frankreich sollen 2014 an Salmonellen erkrankt sein, 40 der Fälle kamen zur Anklage. Ein 94-Jähriger soll aufgrund des Verzehrs von Bayern-Ei-Ware nach einer Salmonellen-Infektion gestorben sein.

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Im Bayern-Ei-Prozess vor dem Landgericht Regensburg hat heute eine erste Betroffene ausgesagt. Die Frau hatte sich 2014 in Österreich nach dem Verzehr von Eiern mit Salmonellen infiziert und war wochenlang arbeitsunfähig.