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Obwohl Fahrschüler begeistert Elektro-Auto fahren, bieten erst wenige Fahrschulen in Bayern die Ausbildung im E-Auto an.

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Erst wenige E-Autos in Fahrschulen

Obwohl Fahrschüler begeistert Elektro-Auto fahren, bieten erst wenige Fahrschulen in Bayern die Ausbildung im E-Auto an. Mit dem neuen Automatik-Führerschein will die Bundesregierung E-Mobilität fördern.

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Von
  • Ulrike Lefherz

Die Bundesregierung hat im April einen neuen Automatik-Führerschein eingeführt. Fahrschüler können damit ihre Prüfung im Automatik-Auto ablegen, dürfen später aber trotzdem auch mit Schaltgetriebe fahren. Ziel ist es, mehr E-Autos auf die Straße zu bringen. Elektroautos fahren fast immer mit Automatik-Technik.

Einfachere Fahrprüfung mit Automatikwagen

Für Schüler sei die Prüfung im Automatik-Auto wesentlich entspannter, sagt Fahrlehrer Marcel Matthäi aus Lauf an der Pegnitz. "Sie können sich einfach nur auf den Verkehr konzentrieren, ohne die Gefahr, den Wagen abzuwürgen". Bei einer vollen Stunde Prüfungszeit ist das durchaus ein Anreiz.

Der neue Automatik-Führerschein gilt trotzdem für alle Autos. "Das ist vielen noch wichtig, weil die Eltern einen Schaltwagen haben", so Matthäi. Die Fahrpraxis mit Gangschaltung und Kupplung lernen die Fahrschüler in zehn Fahrstunden. Am Ende steht eine 15-minütige Testfahrt mit dem Fahrlehrer, der das Können bescheinigt.

Mit Automatik weniger Fahrstunden

Auch in Neustadt/Aisch wird der Automatik-Führerschein bereits angeboten. Laut Fahrlehrer Norbert Gall entscheiden sich 95 Prozent seiner Fahrschülerinnen und Fahrschüler für den neuen Schein mit der Kennziffer B197. "Das ist die Zukunft. Schaltgetriebe ist eindeutig ein Auslaufmodell", so Gall. Wer mit der Fahrschul-Ausbildung auf einem Automatik-Auto startet, brauche durchschnittlich vier Fahrstunden weniger, sagt er.

E-Autos bei Fahrschülern sehr beliebt

Norbert Gall aus Neustadt/Aisch ist einer der Elektroauto-Pioniere Bayerns. Bereits vor sieben Jahren hat er für seine Fahrschule ein E-Auto angeschafft. Seit Dezember hat er den neuen Volkswagen ID.3 als Ausbildungsfahrzeug am Start. "Der Wagen ist im Dauereinsatz", so Gall. "Es ist ein sehr entspanntes, chilliges Fahren. Auch wegen der Geräuschkulisse." Bestimmt zwei Drittel seiner Schüler würden sich für so ein Auto entscheiden, sagt er.

Zuschüsse für E-Autos in Fahrschulen

Damit Fahrschulen den Anfängern dieses Fahrgefühl auch vermitteln können, bezuschusst die Bundesregierung die Anschaffung von E-Autos mit mehreren Tausend Euro. Dies war auch für Marcel Matthäi ein Anreiz, einen Tesla für seine Fahrschüler anzuschaffen. "Der kommt sehr gut an bei den Fahrschülern", sagt Matthäi. Allerdings gehört er bisher zu einigen wenigen Fahrschulen in Bayern mit Elektro-Auto.

Nicht alle sind begeistert - Erst wenige Fahrschulen mit E-Autos

Nur vereinzelt bieten Fahrschulen in Bayern bisher die Ausbildung in E-Autos an. Eine Fahrschule im Münchner Stadtteil Bogenhausen hatte vor einigen Jahren ein E-Auto angeschafft, dies aber wieder abgemeldet. Nach Angaben der Fahrschule gab es Probleme mit der Ladestation. E-Auto-Pionier Gall dagegen berichtet von fehlender Akzeptanz bei Fahrlehrer-Kollegen. Manche lehnten sogar Testfahrten mit Elektro-Wagen ab, berichtet er. Er beobachte, dass inzwischen aber wegen hoher Zuschüsse das Interesse an E-Autos steigt. "Der Preis ist ausschlaggebend. Und derzeit gibt es wirklich Kampfpreise".

Erste Fahrstunde noch nah am Randstein

Anstelle einer Tacho-Anzeige hinter dem Lenkrad ist im Tesla mittig ein großer Bildschirm angebracht. Hier läuft das Navigationssystem, von hier aus werden auch die Seitenspiegel eingestellt. Fahrschülerin Sophia Haas hat die erste Fahrstunde hinter sich gebracht. "Ich bin immer noch ein bisschen zu weit rechts an den Bordstein geraten", sagt sie, "aber der Rest hat sehr viel Spaß gemacht". Sie will auf jeden Fall später mal ein E-Auto. Genau wie Fahrschüler Joel Glatz. "Das ist die Zukunft", sagt er.

© BR / Thies Marsen
Bildrechte: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Fahrschulen sind von den Corona-Lockdowns stark betroffen. Das hat zur Folge, dass insbesondere viele junge Leute auf ihre Fahrerlaubnis warten. Gerade auf dem Land sind sie aber auf das Auto, das Moped oder das Motorrad angewiesen.

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