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Eichhörnchen nuckelt an einer Spritze voll Milch
© News5
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Eichhörnchen nuckelt an einer Spritze voll Milch

Viel Schlaf bekommt Sandra Jelen derzeit nicht. Sie kümmert sich um jede Menge Eichhörnchen-Babys – und das ist ein Vollzeitjob.

"Da kommt alles andere zu kurz, auch der Schlaf. Eichhörnchen füttert man nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Das heißt, ich stehe alle drei Stunden auf. Füttere dann eine halbe Stunde und habe Glück, wenn ich dann wieder zwei Stunden schlafen kann." Sandra Jelen

Besonders zutraulich in der Not

Wenn Eichhörnchen zu Waisen werden, sind sie auf die Hilfe von Menschen angewiesen. Die kleinen Nager werden besonders in Notsituationen besonders zutraulich, weiß Sandra Jelen.

"Eichhörnchen haben die Angewohnheit, wenn sie Hilfe brauchen, dass sie diese auch suchen. Sie laufen auf Menschen, Hunde und Katzen zu und klettern teilweise auch das Hosenbein hoch. Für die ist es so: Entweder du hilfst mir, oder du bringst mich um. Aber so wie es jetzt ist, möchte ich nicht weiterleben.'" Sandra Jelen

80 Eichhörnchen-Waisen werden in Nürnberg aufgepäppelt

In Nürnberg werden derzeit 80 Eichhörnchen-Babys von Hand aufgezogen – in insgesamt vier Pflegestellen. Grund dafür ist der heiße Sommer. Seinetwegen haben die Muttertiere nichts mehr zu trinken gefunden und sind dann oftmals in Pools oder halbleeren Regentonnen ertrunken. Zurück bleiben die Jungen, die ohne die Hilfe der Tierschützer gestorben wären.

Mithilfe erwünscht: Die kleinen Nager brauchen jede Menge Futter

Die kleinen Nager brauchen jede Menge Futter. Dabei sind die ehrenamtlichen Helfer auf Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen.

"Wir kaufen die Nüsse nicht in kleinen Tüten, sondern in 100 Kilogramm-Beuteln. Bei Beiträgen im vierstelligen Bereich sind wir froh, wenn uns Leute Nüsse zukommen lassen." Robert Derbeck, 1. Vorstand des Tierschutzvereins Noris

Am wichtigsten sei jedoch, dass Menschen draußen in der Natur Tiere in Not erkennen, so Derbeck. Eichhörnchen-Waisen können in einem mit einem Handtuch ausgelegten Karton aufgenommen und zum nächsten Tierarzt oder Tierheim gebracht werden. Diese leiten sie dann an Jelen und ihre Kollegen weiter. Daheim werden die Vierbeiner dann wieder aufgepäppelt und später wieder in der Natur ausgesetzt.