BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
Der Angeklagte zu Prozessbeginn mit seinem Rechtsanwalt

Der Angeklagte zu Prozessbeginn mit seinem Rechtsanwalt

Bildrechte: dpa-Bildfunk/Armin Weigel
1
Per Mail sharen

    Erpressung mit Sexvideos: Mann zu Bewährungsstrafe verurteilt

    In einem Prozess um die Erpressung einer Frau mit Sexvideos hat das Landgericht Regensburg ein Urteil gesprochen. Der Beschuldigte erhielt nach schwieriger Beweisführung eine Bewährungsstrafe.

    Von
    BR24  RedaktionBR24 Redaktion
    1
    Per Mail sharen

    Ein 32 Jahre alter Mann ist am Dienstag vor dem Landgericht Regensburg wegen Erpressung zu elf Monaten Haft verurteilt worden, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Dem Mann war laut Anklage vorgeworfen worden, seiner ehemaligen Geliebten mit dem Weiterreichen von Sexvideos gedroht und damit von ihr rund 56 000 Euro erpresst zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte das zunächst als besonders schwere räuberische Erpressung eingestuft.

    Ein Anklagepunkt blieb übrig

    In ihren Schlussvorträgen gingen sowohl die Anklägerin wie auch der Verteidiger von einer einfachen Erpressung aus, dem folgten die Richter. Sie sahen letztlich einen konkreten Fall als erwiesen an. Dabei ging es um die Übergabe von 9.500 Euro.

    Beweisführung schwierig

    Widersprüchliche und lückenhafte Aussagen der Frau hätten die Beweisführung schwierig gemacht, befanden die Richter. Was nicht bedeute, dass das Gericht davon ausgehe, dass die Frau gelogen habe. Die Vorwürfe hätten sich aber nicht zweifelsfrei nachweisen lassen. Die Staatsanwältin hatte eine zwölfmonatige Bewährungsstrafe gefordert, der Verteidiger auf neun Monate Haft zur Bewährung plädiert.

    Angeklagter gab Drohungen zu

    Der Angeklagte hatte die Vorwürfe in Teilen eingeräumt. Das sei ihm bei der Strafzumessung positiv angerechnet worden. Der Mann habe Reue gezeigt, so der Vorsitzende Richter. Über seinen Anwalt hatte der 32-Jährige vergangene Woche zugegeben, der Frau gedroht zu haben, Sexvideos an deren Familie zu schicken.

    Er behauptete aber auch, dass ihm seine Ex-Geliebte das Geld stets freiwillig gegeben habe. Die Geschädigte hatte ausgesagt, sie habe massive Angst vor dem Mann und den Drohungen gehabt und ihm deswegen immer wieder Geld gegeben.

    Laut Anklage nach hatten sich der Tatverdächtige und sein mutmaßliches Opfer im Sommer 2017 in einem Hotel nahe Regensburg kennengelernt, in dem die verheiratete Frau als Geschäftsführerin tätig war. Die Frau soll dem Mann zunächst freiwillig Geld gegeben haben, um ein Geschäft aufzubauen.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Sendung

    Regionalnachrichten aus der Oberpfalz

    Schlagwörter