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Erpresserischer Menschenraub: Täterpaar muss in Haft | BR24

© dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Das Landgericht Kempten hat ein Paar wegen erpresserischen Menschenraubs zu Haftstrafen verurteilt

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    Erpresserischer Menschenraub: Täterpaar muss in Haft

    Zwei maskierte Personen steigen in das Auto einer Frau. Mit geladenen Waffen bedrohen sie ihr Opfer, das gerade vom Geldabheben kommt. Das Landgericht Kempten spricht von "kinoreifem Straftatgeschehen" und urteilt: Das Paar muss jahrelang in Haft.

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    Weil es eine 65-Jährige nach dem Geldabheben überfallen, mehrere Autos aufgebrochen und Wertgegenstände geraubt hat, muss ein Paar für mehrere Jahre in Haft. Das Landgericht Kempten verurteilte die 43-jährige Frau und ihren 49-jährigen Lebensgefährten wegen erpresserischen Menschenraubs, räuberischer Erpressung und vorsätzlichem unerlaubten Führen von Waffen. Die Frau muss sechs Jahre hinter Gitter, der Mann siebeneinhalb Jahre. Bei der Urteilsverkündung sagte der Richter: "Das ist kinoreifes Straftatgeschehen, was Sie hier gebracht haben."

    Überfall mit gezückten Waffen

    Das Paar hatte im März 2018 eine Frau überfallen, nachdem sie Geld abgehoben hatte. Maskiert und mit geladenen Waffen waren sie in das Auto ihres zufälligen Opfers eingestiegen. Sie fesselten die Frau mit Kabelbindern und zwangen sie dazu, zusammengekauert im Fußraum auszuharren.

    Zwei Stunden Todesangst

    Die Täter versuchten anschließend, mit der EC-Karte der Frau weiteres Geld abzuheben. Weil sie damit keinen Erfolg hatten, ließen sie ihr Opfer nach etwa zwei Stunden frei und flüchteten mit dem Auto, dem Handy und dem Geldbeutel der 65-Jährigen. Die sprach vor Gericht von Todesangst, unter der sie gelitten habe.

    Aufgeflogen waren die Angeklagten rund ein halbes Jahr später: Im Oktober 2018 hatten sie ein Auto aufgebrochen und daraus Wertgegenstände gestohlen. Es war einer von etwa 50 Autoaufbrüchen, für die das Paar ebenfalls verurteilt wurde.

    Motiv des Paares: Geldnot

    Beide waren voll geständig und entschuldigten sich unter Tränen bei ihrem Opfer für den "Stress-Horror-Akt". Mehrmals betonten sie, dass ihnen die Angst, die sie der Frau eingejagt hatten, erst später bewusst geworden war. "Wir würden alles tun, dass Ihr Schmerz gelindert wird", sagte der Angeklagte an das Opfer gerichtet. Als Motiv gab das Paar Geldnot an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.