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Auf dem Land ist gerade Erntezeit. Auf den Straßen sind daher wieder viele Mähdrescher unterwegs. Wegen ihrer Ausmaße sind sie oft ein Verkehrshindernis. Auf dem Weg zu den Feldern gibt es Anfeindungen von Autofahrern und riskante Überholmanöver.

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Erntezeit: Achtung Mähdrescher unterwegs!

Auf dem Land ist gerade Erntezeit. Auf den Straßen sind daher wieder viele Mähdrescher unterwegs. Wegen ihrer Ausmaße sind sie oft ein Verkehrshindernis. Auf dem Weg zu den Feldern gibt es Anfeindungen von Autofahrern und riskante Überholmanöver.

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Von
  • Christian Riedl
  • BR24 Redaktion

Beinahe-Unfälle, Wut und Frust erlebt Stefan Altmann auf den Straßen jeden Tag. Der Landwirt aus Moos an der Isar ist sogenannter Lohnunternehmer, betreibt sechs Mähdrescher. Jetzt sind die Ernteriesen auch auf den Straßen unterwegs. Das sei unvermeidbar, schließlich müssten die Bauern ihre verschiedenen Felder erreichen. "Wir sind ein Verkehrshindernis, klar", weiß der Lohnunternehmer. Was er aber nicht verstehen kann, ist, warum sich Auto- oder Motorradfahrer zu lebensgefährlichen Überholmanövern verleiten lassen oder die Gefahr, die von den großen Erntemaschinen ausgeht, unterschätzt wird.

Hupen und Überhol-Wahnsinn - oft ist es knapp

Vor der Abfahrt von seinem Hof in Moos an der Isar in Niederbayern macht Stefan Altmann nochmal einen Routine-Check an seinem Mähdrescher. Besonderes genau schaut er auf die Beleuchtung. Er weiß, Erntetage sind lang, er kommt erst in der Nacht wieder heim und in der Dunkelheit muss die Erntemaschine auf der Straße gut sichtbar sein. Gefährliche Begegnungen mit Auto-, Motorrad- oder auch Fahrradfahrern gehören jetzt - leider - wieder zum Tagesgeschäft: "Wir haben sechs Mähdrescher. Und jeden Tag erzählt mir mindestens einer meiner Fahrer, wie knapp es denn wieder war, oder wie mal wieder ein Autofahrer seine Wut raus gelassen hat", schüttelt Stefan Altmann den Kopf.

Landwirt wirbt für mehr Verständnis

Er berichtet davon, wie den Fahrern die Faust oder der Mittelfinger gezeigt werden, wie ewig lange gehupt, wie extrem knapp und lebensgefährlich überholt wird. "Ja, ich bin mit meinem Mähdrescher ein Verkehrshindernis. Aber ich muss ja von Feld zu Feld fahren", wirbt der Lohnunternehmer um Verständnis.

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Stefan Altmann am Lenkrad seines Mähdreschers

Gigantische Ausmaße

Zum Glück ist in dem Betrieb, den Stefan Altmann in dritter Generation führt, bisher noch nichts passiert. Hochkonzentriert sitzt er am Lenkrad seines Mähdreschers, ein Claas Lexion 760 mit imposanten Raupenfahrwerken vorne. Der Ernteriese ist mit angehängtem Schneidwerk 18 Meter lang, fast vier Meter hoch und 3,49 Meter breit. Auf den Straßen ist er mit Sondergenehmigung unterwegs. Kein Wunder, mit diesen Ausmaßen braucht der Mähdrescher auf der Bundesstraße die komplette rechte Spur, schmalere Kreis- oder Gemeindestraßen nimmt er fast ganz in Beschlag. "Manche können die Gefahr schlecht abschätzen", weiß Stefan Altmann.

Besondere Herausforderung sind Radfahrer

Zur Erntezeit im Sommer sind auf den schmalen Kreis- und Gemeindestraßen im niederbayerischen Gäuboden besonders viele Radfahrer unterwegs. Der größte Teil von ihnen inzwischen auf E-Bikes, die fast genau so schnell, teils noch schneller als der Mähdrescher vorankommen. Gefährliche Begegnungen drohen. Stefan Altmann wünscht sich deswegen, dass "Radler auch mal anhalten und uns im Begegnungsverkehr vorbei lassen". Und, wenn der Mähdrescherfahrer tatsächlich mal Radler überholen muss, dass sie ein wenig abbremsen. Die Erntemaschine ist zwar von der Fahrerkabine aus recht übersichtlich. Mehrere Rückspiegel und eine Rückfahrkamera verhindern allzu große "tote Winkel", trotzdem kann der Fahrer seine Augen nicht gleichzeitig überall haben. "Wir schauen, dass wir verkehrssicher unterwegs sind, und wenn die Autofahrer auch ein bisschen Rücksicht zeigen, wird das Miteinander schon funktionieren."

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Zur Erntezeit im Sommer sind auf den schmalen Kreis- und Gemeindestraßen im niederbayerischen Gäuboden besonders viele Radfahrer unterwegs.

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Das Getreide ist reif, die Erntezeit hat begonnen. Das heißt für Autofahrer auch, dass immer wieder Bulldogs, Feldhäcksler oder Mähdrescher den Verkehr aufhalten. Aber auch für die Mähdrescherfahrer selbst ist das alles kein Spaß ...

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