BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Erntesabotage: Metallteil auf Acker in Happertshausen entdeckt | BR24

© BR

Bei der Ernte in Unterfranken ist wieder ein Metallteil in einem Feld gefunden worden. Auf einem Acker in Happertshausen im Landkreis Haßberge hätte ein Kerzenständer massiven Schaden anrichten können. Die Fälle häufen sich seit Jahren.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Erntesabotage: Metallteil auf Acker in Happertshausen entdeckt

Bei der Ernte in Unterfranken ist wieder ein Metallteil in einem Feld gefunden worden. Auf einem Acker in Happertshausen im Landkreis Haßberge hätte ein Kerzenständer massiven Schaden anrichten können. Seit Jahren häufen sich die Fälle.

Per Mail sharen

Beim Dreschen hat ein Landwirt aus Happertshausen im Landkreis Haßberge gerade noch rechtzeitig ein Metallteil im Schneidewerk seiner landwirtschaftlichen Maschine entdeckt. Ein Kerzenständer aus Metall hätte auf dem Acker am Schmittbrunnen beinahe einen Sachschaden von mehreren zehntausend Euro verursacht. Die Polizei geht davon aus, dass der Metallgegenstand gezielt im Feld platziert wurde.

Eisenstangen in Getreidefeldern im Landkreis Schweinfurt

Der Sabotage-Fall in Happertshausen war in diesem Jahr nicht der erste in Unterfranken. Erst vor einer Woche waren Eisenstangen in zwei Getreidefeldern in Gerolzhofen und in Sulzheim im Landkreis Schweinfurt deponiert worden. Die Stangen gelangten in die Mähdrescher und verursachten jeweils einen Sachschaden im mittleren vierstelligen Bereich.

Manfred Kraus vom Bayerischen Bauernverband in Schweinfurt ist besorgt. "Das ist sehr problematisch und unverantwortlich", sagt er. Denn die Gegenstände in den Feldern sind für die Arbeiter lebensgefährlich: Metallteile könnten herumgeschleudert werden, sich in Geschosse verwandeln und die Fahrerkabine durchschlagen.

Polizei geht nicht von Serientätern aus

Die beiden Landwirte haben die Vorfälle fast zeitgleich bei der Polizei gemeldet. Von Serientätern werde aktuell aber nicht ausgegangen, teilt die Polizei auf Anfrage des BR mit. Trotzdem werde in alle Richtungen ermittelt. Wenn ein Täter gefasst wird, muss er wegen Sachbeschädigung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

Verletzt wurde bei den beiden Sabotage-Fällen in Gerolzhofen und in Sulzheim zwar niemand. Metallteile in Feldern können für die Fahrer aber lebensgefährlich werden: Metallteile können herumgeschleudert werden und die Fahrerkabine durchschlagen.

Polizei überprüft Zusammenhänge zu ähnlichen Fällen

Das Ziel der Sabotagen ist es vermutlich, die teuren Erntemaschinen zu beschädigen. Die Polizei prüft jetzt, ob es einen Zusammenhang zu ähnlichen Fällen aus dem Jahr 2018 in derselben Region gibt. Manfred Kraus vom Bauernverband erinnert sich noch an die Fälle, bei denen Schrauben und andere Metallteile an Maisstauden befestigt wurden: "Warum das hier schon wieder passiert, kann ich mir einfach nicht erklären." Wie die Polizei mitteilte, konnte zu den Fällen in Unterfranken bislang noch kein Tatverdächtiger ermittelt werden.

Dagegen etwas unternehmen können Landwirte wenig. Kraus sagt, im Grunde bleibe nicht viel außer vorsichtig zu sein. Er empfiehlt, das eine oder andere Feldstück zu begehen, bevor man die Erntemaschinen startet. "Aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir nicht alles finden werden.“"

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!