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Erneuter Warnstreik im Handel | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Knapp 250 Beschäftigte im bayerischen Handel waren heute in Nürnberg und Erlangen erneut zum Warnstreik aufgerufen.

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Erneuter Warnstreik im Handel

In Nürnberg und Erlangen ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi heute wieder rund 250 Beschäftigte zum Warnstreik auf. Es geht um eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent.

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Vor dem Hintergrund der laufenden Tarifrunden streiken heute erneut rund 250 Beschäftigte. Wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilte, sind die beiden Nürnberger Metro-Standorte in Eibach und Buch betroffen, der Kaufland-Supermarkt am Dianaplatz und jeweils eine Filiale von Douglas und H&M in Erlangen und Nürnberg.

Streikmotto: "Ohne uns kein Geschäft - wir bleiben hier!"

Die Beschäftigten im Handel fühlen sich provoziert von den Arbeitgebern und ihren Angeboten der Lohnerhöhung: zwei Prozent im laufenden und 0,5 Prozent im kommenden Jahr. Die Vergütung der Auszubildenden soll in diesem Jahr um 30 Euro und 2020 um 20 Euro steigen. Verdi gibt sich damit nicht zufrieden.

"Altersarmut ist jetzt in Nürnberg schon unübersehbar. Jeder hier kennt die älteren Damen, die sich die Pfandflaschen aus den Mülleimern der Fußgängerzone angeln, und wir alle wissen, dass diese Angebote der Arbeitgeber nicht gegen die zunehmende Gefahr der Altersarmut helfen." Gabriele Ziegler, Gewerkschaftssekretärin Verdi Mittelfranken

Stattdessen fordert die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung um 6,5 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem sollen Auszubildende bei gleicher Laufzeit monatlich 100 Euro mehr bekommen. Die Beschäftigten von Douglas wollen außerdem eine Tarifbindung erreichen.

Existenzsichernde Tarifverträge

Nach Ansicht von Verdi handele es sich um einen Verdrängungswettbewerb der Unternehmen zu Lasten der Beschäftigten. Gegen prekäre Beschäftigung würden nur Regeln schützen, die für alle Konzerne und Unternehmen gelten, so Gewerkschaftssekretärin Rita Wittmann.

"Wir erwarten eine Erhöhung, die über der Preissteigerung liegt, oder soll ich zukünftig ein halbes Brötchen oder eine dreiviertel Wurst kaufen, damit ich es bezahlen kann?" Peter Gräbner, Beschäftigter bei Metro

Im bayerischen Einzelhandel arbeiten ca. 535.000 Beschäftigte, davon werden circa 300.000 durch den Tarifvertrag erfasst. Im Vorfeld der Tarifverhandlungen hatte Verdi eine breit angelegte Befragung unter 4.000 bayerischen Beschäftigten durchgeführt. 46 Prozent gaben an, ihr Arbeitseinkommen reiche nicht zum Leben aus und 49 Prozent stimmten der Aussage zu, ihr Arbeitseinkommen reiche gerade so zum Leben aus. 60 Prozent gehen davon aus, dass ihre Rente nicht zum Leben reichen wird.