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Erneut vergifteter Vogel in Niederbayern gefunden | BR24

© pa/dpa/Carsten Rehder

Schild: Vögel füttern verboten (Symbolbild)

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    Erneut vergifteter Vogel in Niederbayern gefunden

    In Niederbayern häufen sich die Meldungen über vergiftete Wildvögel. Seit Mitte Februar wurden zehn mutmaßlich getötete Vögel gefunden. In einigen Fällen entdeckte die Polizei am Fundort Giftköder.

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    Von
    • Kathrin Unverdorben
    • BR24 Redaktion
    • Sarah Beham

    Seit Mitte Februar sind in Niederbayern zehn tote Vögel gefunden worden, die mutmaßlich vergiftet wurden. Wie die Polizei mitteilt, lagen teilweise Giftköder neben den Kadavern. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) setzte nun eine Belohnung für Hinweise aus.

    Toter Mäusebussard bei Osterhofen

    Die jüngsten Fälle stammen aus dem Kreis Deggendorf: Die Polizei Plattling meldet einen toten Mäusebussard bei Osterhofen und einen toten Sperber bei Pankofen - ein Stadtteil von Plattling. Ermittlungen ergaben, dass der Bussard einen mit Gift präparierten Vogel gefressen hatte. Bei dem Gift handelt es sich um ein Pflanzenschutzmittel, das bei Vögeln als starkes Nervengift wirkt, heißt es.

    Beide Vögel werden nun auf Anordnung der Staatsanwaltschaft untersucht.

    LBV vermutet Zusammenhang zwischen den Vergiftungen

    Unter den acht weiteren toten Vögeln in Niederbayern waren Bussarde und Krähen. Die Tiere wurden bei Mengkofen im Kreis Dingolfing-Landau, bei Straßkirchen und Ittling im Kreis Straubing-Bogen gefunden.

    Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) schreibt in einer Mitteilung von einem "Gift-Dreieck" der Fundorte und vermutet einen Zusammenhang.

    "Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe sowie den sich ähnelnden Fundumstände halten wir einen Zusammenhang dieser vier Fälle für sehr wahrscheinlich." Landesbund für Vogelschutz

    Alle Vögel seien jeweils an Sonntagen direkt an Spazierwegen entdeckt worden. Daher ruft der LBV zu erhöhter Vorsicht bei Spaziergängern und Hundehaltern in der Gegend auf. Eltern sollten auf ihre Kinder aufpassen, damit sie nicht mit dem vermeintlichen Gift in Berührung kommen.

    Belohnung für Hinweise

    Der LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) haben für Hinweise 5.000 Euro ausgesetzt. Man werde man nicht weiter zusehen, wie langjährige Schutzbemühungen um bedrohte, einheimische Tierarten durch illegale Tötungen zunichte gemacht werden. Die Aufklärung solcher illegaler Wildtiertötungen stelle sich aber als schwierig heraus. Ein Großteil der Fälle von Naturschutzkriminalität bleibe ungeklärt und für die Täter folgenlos. Das muss sich aus Sicht der Naturschützer ändern.

    Der Tierschutzverbund vermutet, dass das Kontaktgift Carbofuran bei der Vergiftung der Vögel verwendet wurde. Da die Tötung geschützter Vogelarten wie Mäusebussarde eine Straftat ist, ermitteln jetzt die Polizeidienststellen in Plattling sowie in Dingolfing, wie es vom LBV heißt.

    Bayernweite Datenbank für Naturschutzkriminalität

    LBV und GLUS haben bereits 2019 das gemeinsame Projekt "Naturschutzkriminalität dokumentieren und stoppen!" ins Leben gerufen. In einer bayernweiten Datenbank werden alle Verdachtsfälle von Naturschutzkriminalität gespeichert. Als erste Anlaufstelle für betroffene Behörden und die Öffentlichkeit soll die Datenbank fachliche Unterstützung bieten und als Melde- und Informationsplattform dienen.

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