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Erneut Kritik an "Circus Afrika" - Direktor wehrt sich | BR24

© Zirkus Afrika

Der "Cirkus Afrika" gastiert derzeit in Regensburg

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    Erneut Kritik an "Circus Afrika" - Direktor wehrt sich

    Weil er seine Elefanten nicht artgerecht halten soll, steht der "Circus Afrika" erneut in der Kritik. Dessen Direktor weist die Vorwürfe zurück. Mit einem Tag der offenen Tür in Regensburg will er für Transparenz sorgen.

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    Der "Circus Afrika" steht erneut in der Kritik von Tierschützern. Auf ihrer Facebook-Seite zeigt die "Aktionsgruppe Tierrechte Bayern" ein Video, in dem der Zirkus mit einem ungesichert laufenden Elefanten vor einen Regensburger Friseur-Salon nahe des Zirkus-Platzes zieht. Der Zirkus wehrt sich gegen die Kritik - mit der Tierhaltung sei alles in Ordnung.

    Elefant "tickende Zeitbombe"?

    Eine Passantin hatte die Aufnahmen gemacht und mit "Der arme Elefant" kommentiert. Der Zirkusdirektor soll die Umstehenden vor dem Friseurladen zum Kämmen des Elefanten aufgerufen haben, heißt es in den Untertiteln des Videos. Elefanten seien "tickende Zeitbomben", so die Tierschutzorganisation wörtlich. Sie stellten eine Gefahr für die Öffentlichkeit dar. Bereits in der Vergangenheit sei es zu einer Elefanten-Attacke gekommen, bei der eine Zirkusbesucherin über den Rücken des Tieres geschleudert worden und bewusstlos liegen geblieben sei, so die Tierschutzorganisation.

    Tierschützer kritisieren Haltung der Elefanten

    Außerdem halte der Zirkus die Elefanten nicht artgerecht. Weil sie nachts jeweils an einem Vorder- und Hinterbein angekettet wären, könnten sich die Tiere nicht einmal umdrehen. Die Elefanten seien deshalb bereits verhaltensauffällig geworden.

    Zirkusdirektor wehrt sich

    Hardy Weisheit, Direktor des "Circus Africa", weist die Kritik im BR-Interview zurück. Man habe keinen Spaziergang unternommen mit dem Elefanten. Der Friseurladen liege gleich neben dem Zirkusgelände und der Friseur habe ein Erinnerungsfoto mit dem Elefanten machen wollen, so Weisheit. Außerdem sei das Tier nicht gefährlich. Es handele sich um ein weibliches Tier, aggressiv würden nur die Elefantenbullen. "Die Tierschutzorganisationen machen uns kaputt", sagt Weisheit.

    Zirkus will Vorwürfe entkräften

    Eigentlich sollte der Zirkus als nächstes in Schwandorf Station machen. Hier wurde allerdings die Genehmigung versagt – auf den Druck der Tierschützer hin, wie Weisheit sagt. Zwei bis drei Mal die Woche komme das Veterinäramt, um die Tierhaltung zu überprüfen. Bei Verstößen wäre die Lizenz längst entzogen worden, sagt Weisheit. Um zu zeigen, dass alle Tiere artgerecht gehalten werden, werde er am Freitag, den 23. August einen Tag der offenen Tür veranstalten.

    Elefanten liefen durch Cham

    Der "Circus Afrika" besteht aus 20 Personen und ist mit 40 Tieren in der 9. Generation unterwegs. Nach eigenen Angaben blickt der Zirkus auf eine 350-jährige Tradition zurück. Ende Juni hatte das Unternehmen bereits Schlagzeilen gemacht. Drei Elefanten waren aus dem Zirkus ausgebüchst und unternahmen einen Spaziergang durch Cham. Nach wenigen Minuten konnte das Zirkus-Personal die Tiere wieder einfangen, passiert ist nichts. Außerdem war Anfang Juni beim Gastspiel in Weiden ein LKW-Anhänger des Unternehmens in Brand geraten. Möglicherweise waren Brandstifter am Werk. Dem Zirkus entstand laut Polizei ein Schaden von rund 75.000 Euro.

    © Bild: Peta

    Einer der "Circus Afrika"-Elefanten beim Spaziergang in Cham