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Ermittlungen wegen Untreue gegen Ex-Landtags-Vize Aures | BR24

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Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen Inge Aures.

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Ermittlungen wegen Untreue gegen Ex-Landtags-Vize Aures

Wegen Bezahlungen von Gehältern ohne Gegenleistung ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Landtagsabgeordnete Inge Aures. Es geht um 100.000 Euro. Die frühere Oberbürgermeisterin von Kulmbach war zuletzt Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags.

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Von
  • Lorenz Storch

Die Kulmbacher Landtagsabgeordnete Inge Aures (SPD) ist in ihrer Eigenschaft als Kreisvorsitzende der Kulmbacher Arbeiterwohlfahrt (AWO) jetzt ein Fall für die Justiz. Die Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen Aures wegen Untreue, der Landtag hat den Ermittlungen nicht widersprochen. Das hat die Staatsanwaltschaft dem Bayerischen Rundfunk bestätigt.

Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen zweiten Beschuldigten

Eine förmliche Aufhebung der Immunität ist nach Angaben des Landtagsamts bei Abgeordneten aber erst nötig, wenn eine Staatsanwaltschaft Anklage erhebt oder einen Strafbefehl erlässt. Neben Aures gibt es noch einen zweiten Beschuldigten, dessen Identität die Staatsanwaltschaft Hof bisher nicht nennt. Dabei könnte es sich um den Vorgänger von Aures im Amt des geschäftsführenden AWO-Kreisvorsitzenden handeln.

Inge Aures wohl in Auftragsvergabe verstrickt

Nach Recherchen der Frankenpost geht es bei den Ermittlungen um die Umstände der Weiterbeschäftigung des alten Vorsitzenden unter der Verantwortung von Aures. Nach seinem Ausscheiden 2014 bekam er nach Informationen der Frankenpost noch drei Jahre lang insgesamt rund 100.000 Euro. Es bestehe der Verdacht, dass er dafür keine werthaltige Gegenleistung erbracht habe. Das hatte auch die Überprüfung durch eine Revisionsfirma im Auftrag des AWO-Bundesverbands ergeben.

Ermittler durchsuchen AWO-Räume in Kulmbach

Am 20. Januar hatten Ermittler bereits mehrere Objekte in Kulmbach durchsucht, darunter die AWO-Kreisgeschäftsstelle und die Wohnung des Ex-Vorsitzenden. Die AWO Kulmbach ist außerdem wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aufträgen in der Kritik, die mehrmals ohne Ausschreibung an das Architekturbüro von Aures Ehemann gegangen sein sollen.

Gegenüber der Frankenpost hatte Aures sich damit gerechtfertigt, dass Beschlüsse gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Kreisvorstands getroffen worden seien. Nach der Hausdurchsuchung im Januar hatte sie versprochen, die Ermittlungen zu unterstützen.

1995 bis 2007 war Aures Oberbürgermeisterin von Kulmbach, 2008 bis 2013 stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und 2013 bis 2018 auch Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags.

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