BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Erleichterung: Präsident Biden stoppt Pläne zum Truppenabzug | BR24

© dpa-Bildfunk/Daniel Karmann
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

"U.S.Army - USAG Bavaria - Tower Barracks" steht auf einem Schild an einem Eingang zum Truppenübungsplatz der US-Army in Grafenwöhr.

17
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Erleichterung: Präsident Biden stoppt Pläne zum Truppenabzug

Der neue US-Präsident Joe Biden bricht mit der Außenpolitik seines Vorgängers Donald Trump und stoppt den geplanten Truppenabzug. Die Bundesregierung begrüßt diese Entscheidung - auch in der Oberpfalz sorgt sie für Erleichterung.

17
Per Mail sharen
Von
  • Margit Ringer
  • Michael Buchner
  • BR24 Redaktion

Die "America-First"-Politik von Donald Trump soll Geschichte sein: In seiner ersten außenpolitischen Grundsatzrede verkündete der neue US-Präsident Joe Biden bei einem Besuch im Außenministerium in Washington am Donnerstag das "Einfrieren" der Pläne seines Vorgängers für einen US-Truppenabzug aus Deutschland und erklärte, sein Verteidigungsminister Lloyd Austin werde eine umfassende Untersuchung der weltweiten US-Truppenpräsenz vornehmen. Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung. Diese Nachricht sorgt auch in der Oberpfalz für Freude.

Truppenabzug gestoppt - "Hoffnung hat sich erfüllt"

Es sei ein weiterer Schritt der Erleichterung, sagt Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Die große Erleichterung allerdings kam bereits kurz vor Weihnachten, als der US-Kongress die Pläne vorerst stoppte. Er habe schon seit der Wahl des Präsidenten Anfang November gehofft, so Schertl. Diese Hoffnung habe sich nun erfüllt. Biden hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, den von Trump geplanten Truppenabzug aus Deutschland noch einmal zu überprüfen.

Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch sagte vergangenen Freitag bereits, dass es seit dem Amtsantritt Bidens die Hoffnung gebe, dass nun fachliche Kriterien wieder eine Rolle spielen würden.

Keine Notwendigkeit für Abzug

Die Abzugspläne waren auch in Washington umstritten. US-Militärs hatten den Kommunalpolitikern in der Oberpfalz immer wieder signalisiert, dass es keine militärische Notwendigkeit eines Teilabzugs gebe. Trump wollte 4.500 Soldaten aus Vilseck abziehen, dazu waren 1.000 weitere Soldaten vom Standort Grafenwöhr im Gespräch. Konkrete Pläne und auch ein Zeitpunkt allerdings lagen noch nicht vor.

Insgesamt sind derzeit 13.000 US-Soldaten rund um die Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels stationiert.

Berlin begrüßt Stopp des Truppenabzugs

Es sei immer die Überzeugung Berlins gewesen, dass die Stationierung der US-Streitkräfte in Deutschland "der europäischen und transatlantischen Sicherheit dient und in unser beiderseitigem Interesse ist", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag. Die Anwesenheit der US-Truppen in Deutschland sei "ein Teil der transatlantischen gelebten Freundschaft".

Trump hatte die Zahl der in Deutschland stationierten Soldaten von zuletzt rund 34.500 auf 24.000 senken wollen. Er begründete das mit den aus seiner Sicht zu niedrigen Verteidigungsausgaben des Nato-Partners. Biden versprach weiter, Demokratie, Freiheit, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit wieder ins Zentrum der US-Außenpolitik zu rücken.

© BR
Bildrechte: pa/dpa

Globale Herausforderungen wie Corona oder den Klimawandel könnten Nationen nur gemeinsam angehen, sagte US-Präsident Biden in seiner seiner ersten außenpolitischen Grundsatzrede.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!