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Erlebnisbad darf Eintritt verwehren | BR24

© pa/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Angelika Höhne-Schaller steht mit einem Blindenstock in den Händen vor der Titania-Therme (Archivbild).

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    Erlebnisbad darf Eintritt verwehren

    Juristischer Erfolg für die Therme Neusäß: Das Personal hat nicht gegen den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen, als es einer sehbehinderten Frau den Zutritt ohne Begleitperson verweigerte. Von Barbara Leinfelder und Günther Rehm

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    Der Fall hatte Schlagzeilen gemacht: In der Titania-Therme war der sehbehinderten Frau im Oktober 2014 der Zutritt verwehrt worden. Nun hat das Amtsgericht, das die Frau in einer Zivilklage angerufen hatte, zugunsten der Betreiber geurteilt und auch die Berufung der Frau verworfen.

    Erhöhte Gefahr

    Nach Ansicht der Richter besteht "ein sachlicher Grund" für die Verwehrung des Eintritts. Der Schwimmbad-Betreiber stehe nämlich in der Pflicht, die Badegäste vor Gefahren zu schützen. "Aufgrund der baulichen Besonderheiten des Erlebnisbades mit seinen geschwungenen Wegen, den Wasserströmungen und der unterschiedlicher Beleuchtung" seien die Gefahren und der Überwachungsaufwand erhöht. Für die Sicherheit sehbehinderter Personen könne daher ohne Begleitperson nicht ausreichend gesorgt werden, befand das Gericht.

    Die Klägerin müsse nun entscheiden, ob sie auf eine Begleitperson zurückgreift oder in andere Schwimmbäder ausweicht, so das Gericht.

    Die Frau hatte geklagt, weil ihr der Zutritt nur mit einer Begleitperson gestattet worden wäre. Das wollte die Besucherin so nicht hinnehmen und klagte im November 2015 vor dem Amtsgericht auf unbegleiteten Zutritt. Ihre Klage stützte sie auf das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).