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Erlabrunn-Prozess: Verurteilter kein Gemeinderat mehr | BR24

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In Erlabrunn im Landkreis Würzburg ist ein 58-Jähriger Bauhofleiter nun auch sein Amt als Gemeinderat los. Bei Streuarbeiten hatte er mit einem Traktor eine 71 Jahre alte Fußgängerin überfahren. Dafür war er verurteilt worden.

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Erlabrunn-Prozess: Verurteilter kein Gemeinderat mehr

In Erlabrunn im Landkreis Würzburg ist ein 58-Jähriger ehemaliger Bauhofleiter nun auch sein Amt als Gemeinderat los. Bei Streuarbeiten im Januar 2016 hatte er mit einem Traktor eine 71 Jahre alte Fußgängerin überfahren und tödlich verletzt.

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Genau vier Wochen zuvor hatte der Angeklagte überraschend die Berufung gegen eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten zurückgenommen. Unmittelbar darauf erklärte er den Rücktritt vom Amt des Gemeinderats. Seit der Anklage war er bereits den Sitzungen fern geblieben.

Nachrücker zieht in Gemeinderat Erlabrunn ein

Bürgermeister Thomas Benkert wird nun den Medizinprofessor Eduard Wischmeyer als Nachrücker vereidigen. Der Verurteilte war nicht nur Leiter des kommunalen Bauhofs und Gemeinderatsmitglied. Er war daneben als Feuerwehrkommandant und Feldgeschworener in Erlabrunn tätig. Auch diese Ämter hat er bereits abgegeben.

Tragisches Kapitel der Ortsgeschichte von Erlabrunn

Kommunalpolitisch ist der Rücktritt als Gemeinderat der Schlussstrich unter einem tragischen Kapitel der Ortsgeschichte. Der Mann war anerkannte Respektsperson im Ort und soll nach der Fahrerflucht versucht haben, Spuren zu vertuschen. Auch im Berufungsprozess vor dem Landgericht Würzburg verstrickten sich der Angeklagte sowie Bekannte und Verwandte des Mannes in Widersprüche.

Auch die Staatsanwaltschaft hatte ihre Berufung zurückgenommen, "damit endlich Rechtsfrieden einkehrt und den Angehörigen auch im Hinblick auf Opferschutz der weitere Prozess erspart bleibt." So formulierte es der Leitende Oberstaatsanwalt. Bei Berufungsprozessen kann jederzeit und bis zum letzten Wort des Angeklagten die Berufung zurückgenommen werden.